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Basellandschaftliche Zeitung vom 17.01.1911
Eptingen: Im Inseratenteil dieses Blattes war in der Donnerstagsnummer der vergangenen Woche der dem Bürgerspital Basel gehörende Sennhof Ober Bölchen, im Gemeindebann Eptingen gelegen, auf den 1. Januar 1912 neu zur Verpachtung ausgeschrieben. Die Pacht umfasst zirka 20 Hektaren Matten und 42 Hektaren Weideland nebst 14 Hektaren Wald, ist somit eines von den grösseren Landgütern Basellands.
Vor ungefähr 200 Jahren sollte dieser damals schon zu Basel gehörende Ober-Bölchen ebenfalls neu verpachtet werden. Damals konnte aber die Pacht noch nicht durch die Basellandschaftliche Zeitung bekannt gemacht werden, sondern es musste extra ein Bote im oberen Kantonsteil herumgeschickt werden. An einem hierfür bekanntgegebenen Tage kamen dann einige Basler Herren in den Bären nach Langenbruck um mit allfälligen Pächtern zu unterhandeln, eventuell den Pachtvertrag abzuschliessen. Aber kein Mensch soll sich damals im Bären zu Langenbruck eingestellt haben. Nur an einem Tische soll ein Knecht namens Althaus gesessen sein. Weil sonst eben niemand da war, fragten dann die abgeordneten Herren diesen Knecht, ob er etwa Lust hätte, den Ober-Bölchen zu pachten. Da sagte der Knecht, er hätte schon Lust, aber es fehle ihm dazu das nötige Kapital, um Vieh und Fahrhabe anzukaufen.
Darauf sagten ihm die Herren, sie wollen ihm dennoch dazu verhelfen. Und statt, wie es damals Brauch und üblich war, dass der Pächter den Verpächtern etwas "darauf gab", gaben diese Basler Herren dem Knecht Althaus eine Dublone darauf.
Althaus sowie seine Nachkommen bewirtschafteten dann über 100 Jahre lang den Sennhof Bölchen. Ein Nachkomme von diesem Althaus führte dann einen Lebenswandel, der ihn zu wiederholten Malen vor Ehegericht nach Basel führte. Auch wurde ihm vorgeworfen, man sehe ihn mehr im Wirtshaus als in der Kirche, was zur damaligen Zeit etwas heissen wollte. Es könnte das zwar auch heutzutage etwa hie und da von einem gesagt werden. Aber so schwer wie zu jener Zeit würde es in unseren Tagen doch nicht mehr ins Gewicht fallen. Infolgedessen wurde diesem Pächter der Lehensvertrag gekündet. Als er dann mit der Bitte an die Spitalverwaltung gelangte, sie möchten ihn doch wieder als Pächter behalten, indem er im Sinne habe, sich zu bessern, wurde ihm kurzerhand die Antwort erteilt, er dürfe sich gleichwohl bessern, wenn schon er nicht mehr auf dem Bölchen sei.
Nach diesem Verabschiedeten kam dann in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein Matthias Schmutz von Eptingen als Pächter auf den Ober-Bölchen. Zu Ende der siebziger Jahre zog dann dieser auf dem Bölchen alt gewordene und bei der Spitalverwaltung in Basel hoch angesehene Pächter mit seinem Sohne, der das Kilchzimmer bei Langenbruck käuflich erworben hatte, fort.
Als Nachfolger kam dann ein Martin Schmutz, genannt Birchmärti, ebenfalls von Eptingen, auf den Bölchen, dessen Tochtermann jetzt noch dort ist. Man sieht hieraus, dass die Pächtersleute immer sehr lange verblieben sind, was am besten dafür zeugt, dass dieser obere Bölchen kein schlechtes Lehengut ist.
Auszug aus einem Pachtvertrag vom Sennhof Ober-Bölchen 1919
Der Beständer soll durch Säuberung der Matten, durch Reuten und Ausebnen der Weiden, Ablesen der Steine, Anlegung von Gräben oder Agden zur Entwässerung oder Entsumpfung nasser und versäuerten Stellen auf Matten und Weiden, soweit es sich nicht um grössere Drainagearbeiten handelt, Verbesserung und Pflanzung von Grünhägen, sowie auch durch sorgfältige Benutzung allen sich ergebenden Düngers, der nirgend anders als auf dem Gute selbst verwendet werden darf, das Land in gutem Stande erhalten und vor Abgang bewahren. Überhaupt soll er nach bester Einsicht sein Möglichstes tun, um das ihm verliehene Gut immer mehr in Aufgang zu bringen und zu verbessern, Auch hat er die vorhandenen Obstbäume, wo es tunlich, zu mehren und die abgegangenen durch neue zu ersetzen.

es ist dem Beständer gestattet sowohl in den Matten als den Weiden wo er es am tunlichsten und nützlichsten erachten wird, Land aufzubrechen und anzusäen oder anzupflanzen, was er benötigt sein wird. Doch soll er dabei behutsam zu Werke gehen und nur diejenigen Stellen dazu verwenden, welche einer Bearbeitung am meisten bedürfen und der Aufbruch ohne Schaden geschehen kann. Alles überflüssigen Aufbruchs aber, namentlich in den Matten und an abschüssigen Halden, soll er sich enthalten.

Dem Beständer ist gestattet seinen Bedarf an Brennholz dem Walde zu entnehmen. Dabei ist er gehalten, vorzugsweise nur das abgehende Holz ohne Rücksicht auf die Entfernung und mit möglichster Schonung des Waldes zu seinem nötigen Gebrauch zu nehmen. Er soll dasselbe mit allem sich ergebendem Reisig alljährlich vor dem Ende des Monats April aus dem Walde schaffen, solches sorgfältig und sparsam verwenden und Nichts davon weggeben. Ausser dem zu seinem Bedarfe benötigten Holze darf er sonst keines fällen, noch gestatten dass dies durch andere geschehe, sondern Aufsicht auf die Waldungen halten und Holzfrevel auf Entdecken gehörigen Ortes verzeigen. Auch liegt ihm ob, den Wald wo erforderlich zum Schirme gegen das Vieh einzuhagen.

Verpflichtet sich der Pächter alljährlich auf dem 15. März, erstmals am 15. März 1920 als Lehenszins die Summe von Fr.***** in bar und ferner bis jeweilen zum 15. März zweihundertfünfzig Kilogramm selbstbereitet, gute und frische Butter in seinen Kosten in den Bürgerspital nach Basel zu bezahlen und zu liefern.
 
 
Schweizer Bundesrat auf dem Bölchen 1970
Die Orientierungsreise des Bundesrates in den Kanton Baselland darf ohne Übertreibung als trefflich gelungen bezeichnet werden. Wie unsere Leser bereits wissen, trafen die Magistraten an ihrem zweiten Reisetag von Mariastein und der "Löwenburg" herkommend gegen Mittag wieder im Baselbiet ein und begaben sich nach Langenbruck, wo ihnen ein überaus herzlicher Empfang zuteil wurde. Die Dorfmusik spielte auf, Gemeindepräsident Rudolf Handschin hiess die Landesregierung willkommen, Blumen wurden überreicht, und der Bärenwirt sorgte bestens für die Freuden der Tafel. Am Nachmittag ging die Fahrt auf den Bölchen, wo -wie unser obenstehendes Bild zeigt- die herrliche Aussicht bewundert wurde. In Eptingen war es dann Gemeindepräsident Werner Thommen, der die Gäste begrüsste. Bundespräsident Tschudi erhielt Rosen und Kirschen, und Oberingenieur Armin Aegerter führte die Gäste in den Bölchentunnel. Was weiter noch geschah, entzieht sich unserer Kenntnis, doch steht mit Sicherheit fest, dass hüben und drüben der Eindruck gut und die Befriedigung gross war.
Text: Basellandschaftliche Zeitung
Herzlichen Dank an Frau B.Kaderli, sie hat mir die Fotos und Dokumente zur Verfügung gestellt.