Home
Der Belchen
Die Ankenballen
Frühlingsfotos
Sommerfotos
Herbstfotos
Winterfotos
Kanton Baselland
Schweizer Jura
Schweizer Mittelland
Zentralschweiz
Berner Oberland
Schweiz Fotos
Kirschblüte Baselbiet
Top 10 2016
Top 10 2015
Top 10 2014
Top 10 2013
Dolomiten
Burg Hohenzollern
Die Gwidemfluh
Die Lauchfluh
Das Kilchzimmer
Der Ruchen
Fortifikation
Nostalgie Fotos
Ansichtskarten
Militär Fotos
Zeitungsberichte
Bergrutsch 1969
Eptingen
Der letzte Wolf
Wildkatzen
Feldhasen
Luchse
Gämsen
Füchse
Rotmilane
Rehe
Vögel
Belchen Käse
Berggasthöfe
Wildkamera
Baselland Gemeinden
Wasserfälle
Links Gemeinden
Links
Fotograf/Webmaster
Foto-Workshops
Foto-Event
Fotogeschichten
Kontakt
 
 
Die hohe Luchsdichte im Kanton Solothurn wirkt sich auf das Baselbiet aus: Die Tiere suchen neue Reviere. Noch sind sie bei uns willkommen. Doch auf Schweizer Ebene soll der Schutz gelockert werden, weil Luchse und Jäger das Gleiche wollen – Rehe.
Stück für Stück erobert der Luchs das Baselbiet zurück. Das belegen in erster Linie die Bilder von Fotofallen. Neuestes Beweisstück: Im Gemeindebann von Eptingen ist am 15. Januar 09 ein Luchs geblitzt worden (siehe Foto oben). Zuvor hatte ein Jäger ein von einem Luchs gerissenes Reh entdeckt – typisches Kennzeichen ist der Kehlbiss. Darauf montierte der Kanton eine Kamera im Wissen, dass ein Luchs Nacht für Nacht zu seiner Beute zurückkehrt, bis sie auf wenige Überbleibsel verwertet ist.

Beim fotografierten Eptinger Luchs handle es sich wahrscheinlich um ein aus dem Kanton Solothurn zugewandertes Tier, sagt Ignaz Bloch, Baselbieter Kantonstierarzt und Jagdverwalter. Details sollten die Abklärungen von Kora (Koordinierte Forschungsprojekte zur Erhaltung und zum Management der Raubtiere in der Schweiz) liefern. Diese Fachorganisation kann einzelne Tiere aufgrund der Fellmusterung identifizieren.

Die Eptinger Aufnahme ist der vierte sichere Luchsnachweis im Kanton. Ende 2004 wurde bei Muttenz ein überfahrenes Tier gefunden, kurz darauf ging ein Tier in Langenbruck und im letzten Herbst ein weiteres in Lauwil in eine Fotofalle, wobei diese beiden und der in Eptingen geblitzte Luchs laut Bloch drei verschiedene Tiere sind. Bemerkenswert ist die Herkunft des Lauwiler Luchses: Aufgrund des Fellmusters hat Kora festgestellt, dass er aus dem Kanton Neuenburg stammt. Zu diesen nachgewiesenen Luchsen kommen laut Bloch noch mehrere verlässliche Meldungen aus Jägerkreisen aus dem Blauengebiet. Und ein Jäger habe vor drei Jahren ein Muttertier mit Jungen bei Diegten gesehen. Bloch geht davon aus, dass heute mindestens ein Tier im Blauengebiet und zwei bis drei im Raum Belchen-Passwang leben.

Reinhard Schnidrig, Chef der Sektion Jagd, Wildtiere und Waldbiodiversität beim Bundesamt für Umwelt (Bafu), vermutet, dass es im Schweizer Jura zurzeit etwa 50 Luchse gibt (plus 100 im französischen Jurateil). Dabei habe der Kanton Solothurn einen der dichtesten Luchsbestände. Diese Tiere würden sich nun zunehmend ins Baselbiet ausbreiten. Wo sie willkommen sind, wie Bloch versichert: «Die Akzeptanz des Luchses ist bei den Baselbieter Jägern nach wie vor gut. Bei uns macht der Luchs keine Probleme, und es braucht keine Massnahmen.» In den Jagdrevieren mit Luchsen gebe es beim Pachtzins schon heute eine Art Rabatt. Den Stellenwert des Luchses für den Rehbestand dokumentiert Bloch mit Zahlen: Jährlich würden im Kanton 1200 Rehe geschossen, 400 überfahren und 100 vom Luchs erlegt.

Stimmen aus Kantonen mit höheren Luchsdichten wie Solothurn oder Waadt zeigen, dass die Akzeptanz des Luchses in Jägerkreisen relativ ist. Es handle sich dabei um einen klassischen Nutzungskonflikt, sagt Schnidrig. Will heissen, Luchs und Jäger sind bei der Jagd auf Rehe und Gämsen Konkurrenten. Mit der Folge, dass das Risiko von illegalen Luchsabschüssen steige, fügt Schnidrig bei. Deshalb wolle der Bund nun die Jagdverordnung ändern, sodass bei hohen Luchs- und später vielleicht auch Wolfsbeständen auf Gesuch der Kantone eingegriffen werden könne, ohne die (geschützten) Arten zu gefährden. Die Änderung dürfte laut Schnidrig in der zweiten Hälfte 2010 in Kraft treten – zuvor werden sich Naturschutzkreise in der Vernehmlassung noch nach Kräften wehren. Das eigentliche Problem bringt Ignaz Bloch auf den Punkt: «Der Luchs kann die Artenvielfalt nicht gefährden. Geht der Rehbestand zurück, wandert er ab. Aber der Mensch ist zu ungeduldig, um das abwarten zu können.»

Der Luchs war bei uns ausgestorben und wurde wieder angesiedelt. Unsere Vorfahren haben den Luchs bejagt und ausgerottet, ebenso wie Adler, Bär, Biber, Steinbock und Wolf.
In den 70er-Jahren wurde der Luchs in der Schweiz und andernorts wieder angesiedelt. Die langfristig angelegten Wiederansiedelungsprojekte stossen bei den meisten Leuten auf Verständnis und Zustimmung.
Konflikte und Vorurteile rund um den Luchs bestehen aber weiterhin. Einige Jäger sehen in dem Luchs den Jagdkonkurrenten. Schafzüchter haben keine Freude an Rissen, obwohl sie für die Verluste entschädigt werden. Die Hauptfeinde des Luchses sind hingegen Wilderer und der Verkehr.
Obwohl der Luchs geschützt ist, wird er immer wieder illegal bejagt. Nachweislich wurden in den vergangenen Jahren in der Schweiz Luchse erschossen, ertränkt, vergiftet und erschlagen. Meist ist es unmöglich, die Täterschaft zu überführen.
Dass Luchse Rehe und Gämsen jagen, ist unbestritten. Doch Futterneid von Jägern ist fehl am Platz. Die hohen Schalenwildbestände bieten Beute für Tier und Jäger. Der Luchs gehört zur einheimischen Artenvielfalt und hat seine Existenzberechtigung. Mit mehr Toleranz von Seiten der Jägerschaft und der Schafzüchter ist das Zusammenleben möglich. Ein zeitgemässes Naturverständnis ist die Voraussetzung, damit der Luchs eine Zukunft hat. Wichtig ist aber auch, dass die Bevölkerungsmehrheit, die den Luchs befürwortet, die Ängste von Nutztierhaltern und Jägern ernst nimmt.

Luchs tastet sich behutsam vor
Fotofallen machen deutlich, was viele schon lange vermuteten: Der Luchs ist zurück

Luchse wurden im laufenden Jahr vermehrt in der Region gesichtet. Offenbar gefällt es der Grossraubkatze in der Nordwestschweiz.

Der Luchs hält seit längerem wieder Einzug im Dreiländereck. Einst war er in der ganzen Schweiz heimisch, doch nun wird der Luchsbestand in der Schweiz auf magere 100 bis 150 Stück geschätzt. Kantonsarzt und Jagdaufseher des Kantons Baselland, Ignaz Bloch, bestätigt, dass der Luchs regional präsent ist. «In Langenbruck, in der Region Bölchen/Passwang und in Blauen wurde der Luchs gesichtet, weitere Fotofallen sind noch pendent.»

Momentan werde der Luchs von der Bevölkerung akzeptiert, jedoch gilt er als Konkurrent der Jäger, da Rehe und Gämsen zu seiner Hauptnahrung gehören. Doch dürfe man nicht ausser Acht lassen, dass rund 400 Stück Wild pro Jahr den Autos, landwirtschaftlichen Maschinen oder Krankheiten zum Opfer fallen.

«Bereits im vergangenen Jahr wurde der Luchs in Bärschwil gesichtet», berichtet Hans Wampfler, Jäger und Luchsverantwortlicher für das Gebiet Dorneck-Thierstein. Auch habe er den Luchs im Januar und Februar dieses Jahres in Kleinlützel gesichtet.

Zurzeit sehe er jedoch keinen Handlungsbedarf: «Der Luchsbestand ist zu gering, als dass er einen ernsthaften Schaden auslösen könnte», erzählt Hans Wampfler weiter. Aktiv müsse man erst werden, wenn es zu einer Überpopulation der Luchse kommen würde. In einem solchen Falle würde der Lebensraum für Wild, namentlich Rehe und Gämsen, zu klein sein. «In einem solchen Falle würde der Wildbestand drastisch zurückgehen, und die Jagdgesellschaften würden ein Gesuch an die Jagdverwaltung des Kantons einreichen, um weitere Schritte in die Wege zu leiten», meint Wampfler.

Bei Pro Natura Schweiz zeigt man sich hocherfreut über die Rückkehr des Luchses, die sich schon seit geraumer Zeit abgezeichnet hat. «Es häuften sich die Beobachtungen in der Nordwestschweiz, im Solothurner sowie Aargauer Jura», berichtet Urs Tester, Artenschutzbeauftragter bei Pro Natura Schweiz. Es sei anzunehmen, dass der Luchs sich in der Region etabliert habe. «Beobachtungen von Luchsweibchen mit ihren Jungen deuten auf Fortpflanzung der Tiere bei uns hin. Auch ist die Häufigkeit der Luchssichtungen ein Indikator dafür», erläutert Tester.

Dass Diskussionen auf seiten der Jäger folgen werden, sei absehbar. «Früher oder später wird der Luchs den Kopf hinhalten müssen, wenn es weniger Wild zum Schiessen gibt», weiss Tester. Man könne den Luchs aber schon nur aufgrund seiner unregelmässigen Verteilung nicht dafür verantwortlich machen. «Der Luchs ist nach wie vor auf der roten Liste der gefährdeten Tiere der Schweiz. Bis sich dies ändern wird, muss der Luchs noch weitere und grössere Teile des Alpenraums in einer höheren Dichte bevölkern», sagt Tester.

Die forcierte Wiedereinwanderung der grossen Wildtiere geschieht nicht nur aus Tierliebe. Auch die Förster erwarten ein besseres Gleichgewicht der Natur: Die Jäger müssten heute die Raubtiere ersetzen, die in der Waldfauna fehlten. Deshalb sei die Aussetzung des Luchses in den Siebzigern bewusst geschehen. Und auch der Wolf wurde bereits im Jura gesichtet. Man rechnet damit, dass es auch in Zukunft nur zu einzelnen Besuchen kommen wird. Diese Besuche würden aber kein Problem darstellen: «Im Baselbiet ist vieles anders als im Wallis: Dort können sich Wolf und Luchs auf dem Servierteller bedienen.» Auch der Luchs habe im Baselbiet bisher keine Schafe gerissen.

Prinzipiell stimmt der Jäger Jürg Gysin der Einschätzung der Naturfreunde zu: «Keine Frage, dass die Wildtiere willkommen sind.» Das gelte auch für die Grossraubtiere, «aber in vernünftigem Masse». Die Mehrheit der Baselbieter Jäger sei dem Luchs gegenüber positiv eingestellt; im Solothurnischen gebe es aber schon schädliche Konzentrationen, wo der Mensch das Gleichgewicht wieder herstellen müsse. Der Wolf andererseits sei eine Selbstverständlichkeit in Ostpreussen, wo Gysin vor kurzem unterwegs war – «mit Filmkamera, ohne Gewehr».

Basellandschaftliche Zeitung vom 14.11.2012: Dem Luchs gefällt es immer besser hier

Die Luchsbeobachtungen im Baselbiet nehmen zu, mehr Fotofallen sollen Gewissheit bringen.
Der Baselbieter Jagdverwalter Ignaz Bloch will es genauer wissen. Bis jetzt ging er davon aus, dass sich plus-minus vier Luchse im Kanton Baselland aufhalten, zwei im Raum Blauen, zwei im Belchen-Passwang Gebiet. Plus-minus deshalb, weil Luchse bis zu 30 Kilometer pro Nacht zurücklegen und so in der enggliedrigen Nordwestschweiz praktisch ständig Grenzgänger sind. Doch in letzter Zeit hätten sich Luchssichtungen gehäuft, sei es durch Beobachtungen von Jägern oder von Fotofallen abgebildete Tiere, sagt Bloch. So ist im August ein Muttertier mit zwei Jungen in Bennwil und im September ein Luchs in Eptingen geblitzt worden. Doch das sind Zufallsbefunde und Bloch hätte es gerne systematisch. Diese Gelegenheit bietet sich jetzt.

Telebasel Report vom 23.01.2013 über Luchs Fotofallen im Baselbiet

Die Wanderstrecken im Fokus
Der Jurabogen ist bezüglich Luchsuntersuchungen in drei Kompartimente eingeteilt, die einzelnen Kompartimente werden alle drei Jahre mittels Fotofallen von Kora (Koordinierte Forschungsprojekte zur Erhaltung und zum Management der Raubtiere in der Schweiz) genauer angeschaut. Die Nordwestschweiz war Letztmals Anfang 2010 an der Reihe: damals wurden sechs Fotofallen im Baselbieter Kettenjura installiert. Und nun ist es von November 2012 bis Ende Januar 2013 wieder so weit, mit dem Unterschied, dass die Baselbieter Jagdverwaltung vorgesorgt hat: Sie hat 50 spezielle Fotoapparate gekauft - jede Fotofalle ist mit zwei Apparaten bestückt, damit ein Luchs beidseitig erfasst werden kann -, die nun zwischen dem Blauen und dem Tafeljura zusätzlich aufgestellt werden. Im Fokus stehen dabei vor allem die Forstwege, die dem Luchs als Transitstrecken dienen könnten, damit sein Wanderverhalten besser nachvollziehbar wird. Bloch sagt: "Wir erhoffen uns ein differenziertes Bild." Er rechnet derzeit mit 6-8 Luchsen im Baselbiet. Der höhere Bestand an Luchsen hat bereits Auswirkungen auf seine Akzeptanz. Bloch: "Ich beobachte in Jagdkreisen eine gewisse Zurückhaltung gegenüber dem Luchs." Der Grund: Die Raubkatze ist ein Konkurrent bei der Jagd auf Rehe, und ihre Präsenz bewirkt zudem, dass die Rehe heimlicher und damit schwerer zu erlegbar werden. Doch auch wenn das verbesserte Monitoring zeigen sollte, dass um einiges mehr Luchse hier leben, sieht Bloch keinen Handlungsbedarf: "Unsere Grundhaltung heisst, der Luchs ist willkommen und er soll seinen Platz haben." Eine höhere Dichte sei vorübergehend, weil die Tiere bei sinkendem Nahrungsangebot wieder abwandern. Langfristig rechnet Bloch mit vier Luchsen im Kanton.
Jäger ist grösste Gefahr für Rehe
Geht der kantonale Rehbestand von geschätzten 4000 Tieren tatsächlich zurück, könnte das zu einer tieferen Einschätzung der Jagdreviere führen, wodurch die Jäger weniger Pachtzins bezahlen müssten. Ein Luchs frisst pro Jahr etwa 50 Rehe. 250 werden im gleichen Zeitraum im Baselbiet überfahren, 150 von der Landwirtschaft vermäht oder von Hunden gerissen und 1200 von Jägern erlegt. Und: Noch nie sei bisher im Baselbiet ein Nutztier von einem Luchs gerissen worden, sagt Bloch.
Text: Andreas Hirsbrunner
Rückkehrer ins Baselbiet

Biber (castor fiber): Der Biber wurde bereits vor 200 Jahren in der Schweiz durch den Menschen ausgerottet: Fell, Duftdrüsen (Bibergeil) und Fleisch waren sehr begehrt. Ab 1958 wurden vereinzelte Populationen ausgesetzt; 1996 wurde der erste Baselbieter Biber im Kraftwerk Augst gerettet. Heute leben etwa 1600 Biber in der Schweiz.

Wildschwein (sus scrofa): Die Population der schweizweit praktisch ausgerotteten Schwarzkittel wuchs im Baselbiet in den letzten Jahren stark. Wildschweine kompensieren Reduktion sehr schnell: Wird eine Leitbache geschossen, können Frischlinge schon mit 9 statt mit 24 Monaten geschlechtsreif werden.

Luchs (lynx lynx): Der Luchs war 1894 in der Schweiz ausgerottet. 1971 begann die Wiederansiedlung in der Innerschweiz; 2005 tappte ein erster Luchs in eine Baselbieter Fotofalle. Im Jura leben heute etwa 30 Luchse. Ein Luchs frisst etwa 50 Rehe oder Gämsen im Jahr; etwa viermal so viel Wild verunfallt jährlich im Autoverkehr.

Gämse (rupicapra rupicapra): Knochenfunde aus dem Mittelalter belegen die Gämse als heimische Tierart, die in den 1950ern neu ausgesetzt wurden. Die 110 Tiere im Baselbiet leben besonders um den Blauen, den Passwang und den Belchen. Auch in Arlesheim wurden bereits Gämsen gesichtet. Die Tiere brauchen felsige Rückzugsgebiete, die aber offensichtlich nicht im Hochgebirge sein müssen.

Rothirsch (cervus elaphus): 1859 galt der Rothirsch schweizweit als ausgerottet. Die Wiederbesiedlung setzte in der Ostschweiz bereits 1870 ein. Erst in den letzten Jahren wagte sich der Hirsch langsam aus Frankreich und dem Kanton Jura wieder ins Baselbiet vor. Blauen und Belchen böten ihm voraussichtlich gute Lebensbedingungen. Barriere A1: Die Entwicklung des Rothirsches im Baselbiet hängt mit dessen Situation im Raum Niederbipp zusammen. Dort hindert die Autobahn Dutzende von Tieren an einer Ausdehnung vom Mittelland in Richtung Jura. Weil die geplante Wildbrücke erst in zehn Jahren realisiert werden soll, will man laut Bloch nun wahrscheinlich in diesem Winter beginnen, Hirsche östlich der A1 einzufangen und auf der andern Seite wieder freizulassen. Das eine oder andere dieser Tiere dürfte dann auch den Weg ins Baselbiet finden.

Wildkatze (felis silvestris): Es ist nicht sicher, ob die scheue Wildkatze im Baselbiet ausgerottet war, zumal man sie von der Hauskatze nur durch genetische Untersuchungen unterscheiden kann. Seit 1962 steht die Wildkatze in der Schweiz unter Schutz; heute ist sie nur im Jura heimisch. Im Baselbiet gibt es Belege im Gebiet der Blauen-Kette und im Lützeltal.

Keine Freude haben die Naturschützer an Grosstierarten, die sich im Baselbiet breitmachen, aber nie hier heimisch waren, so genannte Neozoen. Der Sumpfbiber (Wasserratte, Biberratte oder Nutria) wurde aus Südamerika eingebürgert; der nordamerikanische Waschbär entkam wie andere Pelztiere aus Zuchtfarmen in die europäische Freiheit oder wurde ausgesetzt. Auch der Marderhund (Enok), der aus dem östlichen Sibirien kommt und zum Beispiel in der Ukraine zu Tausenden ausgesetzt wurde, wird früher oder später im Baselbiet auftauchen.