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Wie kam der Ort zu seinem Namen?
Der Ortsname Eptingen ist erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1194 überliefert: Papst Coelestin III. nimmt das Kloster Beinwil in den Schutz des apostolischen Stuhls und sichert ihm alle gegenwärtigen und zukünftigen Besitzungen zu, darunter auch solche in Eptinwin.
Eptingen wird auch in einer Urkunde von 1146 erwähnt, deren Text aber nur in einer 1387 angefertigten Abschrift überliefert ist: Der Bischof von Basel bestätigt die Stiftung des Klosters Schöntal bei Langenbruck und erwähnt
ebittingen i
n der ausführlichen Beschreibung von Gütern, Rechten und Grenzen. Eptingen gehört wie Oltingen, Wenslingen, Zeglingen u.a. wohl zu den zahlreichen Ortschaften mit Insassennamen auf
-ingen, die in frühalemannischer Zeit als Sippensiedlungen gegründet worden sind.
Eine frühe Besiedelung dieses Raums muss man sich am ehesten von Läufelfingen her vorstellen, nicht jedoch talaufwärts von Sissach her.
Basellandschaftliche Zeitung vom 1.Oktober 1958
Einst wanderte man mitten in der Nacht durch das Tal, in den Kessel hinein und stieg hinauf, stieg auf den Bölchen, um den Sonnenaufgang zu sehen. Man streifte wohl auch in einer schönen Vollmondnacht über die Weiden und Höhen, bis man schliesslich auch wieder oben stand auf dem Felsdreieck der Bölchenfluh, denn man musste auch dieses Wunder erlebt haben, wenn das Silberlicht über Wald und Stein rieselte. Heute tun das jüngere, und ich meine, es wäre um uns bös bestellt, wenn niemand das mehr tun wollte. Ich aber vertraue mich dem Postauto an und fahre das Tal hinauf. Man meint es sei zu Ende und fragt sich, ob da hinten wirklich noch ein Dorf liege. Eine Wegbiegung, und nicht lange geht es, so ragt der Kirchturm über die dunkeln und hellen Dächer. Da liegt das Dorf. Wie eine Maus in der Falle, so sitzt der Ort zwischen den Bergwänden. Wenn es da gewittert, wenn es da giesst, dass die braunen Wasser von allen Seiten ins Tal springen!
Aber da ist ein ganz besonderes Wasser, das den Ort bekannt und berühmt gemacht hat. Vor vielen Jahrhunderten redete man von den Herren von Eptingen, die auf den Burgen ringsum sassen. Heute spricht man vom "Eptinger" und jedermann weiss das ist die heilkräftige Mineralquelle.
Ich will gleich ein altes Zeugnis anführen. Es stammt von Prof. Dr. Theodor Zwinger, der am 19. Juni 1693 "zween Krüge voll des in Raucheptingen entspringenden mineralischen Baadwassers untersucht und folgender gestalten befunden" hat:
1. Schien dises Wasser zimlich klar und lauter, jedoch nicht durchaus so crystallinlauter, wie ein ander reines Brunnwasser, sondern es zog sich etwas auf weissliche Farbe. Woraus denn nicht schwer abzunehmen war, dass es ein mit mineralischen Teilen vermischtes Wasser sey.
2. Verspürt man in diesem kalt entspringenden Baadwasser keinen merklichen Geruch, wol aber einen geringen etwas rauchlichen zusammenziehenden Geschmack, welcher glauben oder muthmassen machte, das Wasser sey mit einem subtilen Alaunsalze verbunden und begabet.
3. Liesse es nach dem Abrauchen eine kalkichte Matery und Substanz zurücke, in welcher zugleich das aluminösische, irdische rauche Wesen neben sehr wenig subtilem Schwefel verborgen schiene. Aus welchem allen nun kan geschlossen werden, dass dieses Mineralwasser von nicht geringen Kräften und Wirkungen sey, als andere in der Nähe bekannte und besuchte Bäder. Denn dises Wasser innerlich getrunken reinigt und säubert alles unreine Blut, versüsset und miltert die scharfen Feuchtigkeiten, verhütet oder eröfnet auch allerhand Verstopfungen der Leber, des Milzes und der Nieren, auswendig durch Baden kann es ebenfalls seine Tugenden und Wirkungen bringen.
Ich will hier abbrechen. Dem Gutachten sind mehrere "Exempel" von der trefflichen Wirkung des Wassers beigefügt. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass es nicht bei diesem alten Gutachten blieb!
Kalzium & Co.: Die wichtigsten Stoffe im Mineralwasser
Es gibt stille, sanfte und sprudelnde Mineralwässer. Mal schmecken sie salzig, mal sauer, mal metallisch oder auch muffig. Auschlaggebend für den Geschmack ist die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe.

Kalzium: Ist ein bedeutender Bestandteil/Baustein von Knochen und Zähnen; auch wichtig bei der Reizübertragung im Nervensystem, für Blutgerinnung und Muskeltätigkeit. Sehr viel Kalzium gibt dem Wasser einen gipsähnlichen Geschmack.
Tagesbedarf bei Erwachsenen: 1000 mg.
Stark kalziumhaltig sind Wässer mit mehr als 150mg/l. Mehr als 400 mg/l enthalten: Eptinger, Adello, Valser und Adelbodner.
Magnesium: Ist wichtig für den Aufbau von Knochen, Zähnen, Sehnen und die Nerven der Muskulatur; hemmt die Blutgerinnung (Schutz vor Thrombose und Infarkt); wirkt positiv gegen Stress.
Tagesbedarf bei Erwachsenen: 300 bis 350 mg
Einen hohen Magnesiumgehalt (> 50 mg/l) haben Aproz, Cristallo, Valser, Eptinger, M-Budget.
Natrium: Natrium ist vereinfacht ausgedrückt gelöstes Kochsalz*. Es bindet Flüssigkeit im Körper und aktiviert den Organismus. Da ohnehin zu viel Salz gegessen wird, bietet Natrium kaum Zusatznutzen.
Tagesbedarf bei Erwachsenen (minimale Zufuhr): 550 mg
Die meisten Wasser enthalten keine grossen Mengen Natrium, d.h. nicht mehr als 200mg/l. Ausnahme: Zurzacher mit 227 mg/l und das französische Vichy mit 1272 mg/Liter (Achtung bei hohem Blutdruck).
Kalium: Kalium regelt die Wassermenge innerhalb der Zellen; steuert wie Natrium den Säuren/Basen-Haushalt; beeinflusst die Herztätigkeit.
Tagesbedarf bei Erwachsenen: 2000 mg
Rhäzünser und Zurzacher liegt leicht über dem Durchschnitt der übrigen Wässer.
Sulfat: Sulfate wirken entgiftend auf die Leber und fördern die Gallenfunktion, regen die Verdauung an, können zu Durchfall führen; verleihen dem Wasser eine bittere Note.
Für Kleinkinder sind Wässer mit hohem Sulfatgehalt (über 250 mg/l) nicht geeignet.
Unter 10 mg Sulfat pro Liter enthalten Appenzeller Mineral, Arkina, Henniez, Knutwiler und Passugger, über 900 mg/l: Eptinger, Adelbodner, Adello, Valser und Aproz.
Fluorid: Hat eine karrieshemmende Wirkung.
Tagesbedarf: 3,1 bis 3,8 mg
Cristallo, Christalp und Eptinger liegen leicht über dem Durchschnitt (>1,0 mg/l).
Kohlensäure: Es ist der einzige Stoff, der einem Mineralwasser künstlich beigefügt werden darf. Die Bläschen halten das Wasser frisch und hemmen die Bakterienentwicklung. Im Körper hilft der Stoff bei der Verdauung, kann aber zu Blähungen führen – und beschleunigt die Aufnahme von Alkohol.
Als gering gilt ein Kohlensäuregehalt mit ca. 4,5 g/l.
Quelle: Gabriele Emmenegger
Mineralisierungsangaben Schweizer Mineralwasser: Verband Schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten SMS
Unterhalb des Dorfes, neben dem älteren Füllhaus, erheben sich die modernen Bauten der Brunnenverwaltung, und es ist eine Freude, dem blitzsauberen Betrieb zuzusehen, wie die Flaschen auf hygienischte Art gereinigt und gefüllt werden. Später treten sie dann ihre kleinere oder grössere Reise an, in die einfache Bauernwirtschaft, in das vornehme Stadtrestaurant, in das Hotel, in Krankenhäuser und Spitäler und in viele Familien, die alle treue Anhänger des "Eptinger" geworden sind.
Vom Wasser zum Bad. Da muss man wohl sagen, man hat inzwischen das Baden vergessen. Das alte Badhaus, über dessen Türe die Zahl 1798 steht, ist schon lange stillgelegt und bietet heute vier Familien Wohnung. Der Besucher kann in den Gang hineinwundern, und da entdeckt er noch an einer Türreihe die Nummern 1, 2, 3, 4. Das waren wohl Badstuben, Nebenan, an dem grossen schönen Platz, steht das Bad und Kurhaus. Auf einer Notiz aus dem Jahre 1867 steht: "Die Kuranstalt zählt 52 Gastzimmer, in denen 75 Personen untergebracht werden können, und eine Anzahl gut eingerichteter Badezimmer mit Duscheneinrichtungen. Eptingen ist der bekannteste Badeort im Kanton Baselland und wird hauptsächlich von wohlhabenden Leuten des Mittelstandes aus Basel besucht.

Eptingen im Umbruch: National Zeitung vom 5. Oktober 1963
Wie unsere Leser bereits wissen, hat man dieser Tage bei Eptingen mit den Bauarbeiten für den Bölchentunnel begonnen. Weil ein solches Grossprojekt das Dorfleben einer stillen, kleinen Bauerngemeinde ordentlich umkrempeln kann, begaben wir uns an Ort und Stelle, um von der für das Diegtertal vollkommen neuen Situation einige Eindrücke zu notieren.
Die Baustelle erreicht man ungefähr von der Dorfmitte aus, indem man bei der Kirche nach links abbiegt und dem ehemaligen Wanderweg Richtung Bölchen folgt. Ehemalig, weil dieser Weg schon jetzt mit einem romantischen, verträumten Wanderpfad nichts mehr gemein hat: Schon ausserhalb des Dorfes nämlich hat er sich infolge der schweren Regenfälle und der schweren Baumaschinen in einen kleinen Morast verwandelt. In tiefen Pneu- und Raupenspuren hat sich das Regenwasser zu gelben Seelein gesammelt, und Besitzer von Personenwagen parkieren ihre Fahrzeuge vorteilhafterweise in Eptingen. Im Dorf merkt man nicht viel von den Bauarbeiten, hier geht alles noch seinen gewohnten Gang. Frauen waschen die "Bsetzi" auf, Bauern führen mit Zweiachsertraktoren die Kartoffeln heim und nur selten begegnet man in den Gassen einem südländischen Typ, der sich nicht so richtig ins friedliche Bild eines Baselbieter Bauerndorfes fügen will. Wie man uns in Wirtekreisen erzählte, geht es am Feierabend schon etwas lebhafter zu, wenn sich die Arbeiter nach ihrem schweren Tagwerk zu einem Glas Wein einfinden. Viele von ihnen bleiben allerdings am Abend in ihren Baracken, weil sie sparsam sind und ihren Angehörigen möglichst viel Geld überweisen wollen.

Die Tessiner Firma legt natürlich in ihrem eigenen Interesse Wert darauf, dass die Arbeiter menschenwürdig wohnen können. Unter Baracken darf man sich deshalb nicht triste, finstere Durchzugsbuden vorstellen; wir haben uns selber davon überzeugen können, dass in den bereits bestehenden hellen und  freundlichen Baracken gut sein ist. Zum grössten Teil bestehen sie aus Holz, doch ruhen sie auf soliden Fundamenten aus Beton und Backsteinen, welche auch für gewisse Räume wie beispielsweise die Küchen verwendet werden. Einzelne Baracken stehen bereits, doch weil man weitere Arbeiter erwartet, wird eifrig gebaut, damit auch die übrigen Behausungen noch vor dem Einbruch des Winters fertiggestellt werden können. Auch der Samstagnachmittag hindert das italienische Personal nicht daran, Zementsäcke und Backsteine hinaufzubuckeln, Stützmauern zu betonieren und weiteres Areal zu planieren. Es ist ein fröhliches Völklein, das da im Schweisse seines Angesichts "Hütten baut", in denen Salami und Chianti besonders gut schmecken werden.
Das einst so idyllische Tälchen sieht bereits ordentlich gerupft und zerzaust aus. Zu beiden Seiten wurde Wald gerodet, denn ein solcher Tunnelbau bringt gewaltige Erdbewegungen mit sich, und die vielen tausend Kubikmeter Schutt müssen von den riesigen Transportern möglichst ungehindert abgeführt werden können. Ein feuriger Sohn des Südens sammelt das Reisig der gefällten Bäume, verbrennt es auf einem grossen Feuer und prostet uns mit seiner grossen Bierflasche fröhlich zu, als wir uns über das aufgewühlte Gelände kämpfen. Auf der andern Seite unterzieht ein Mechaniker einen imposanten Schaufelbagger einer Revision. Auch hier ist es noch verhältnismässig ruhig.
Nach einigen hundert Metern unbequemen Weges stehen wir vor dem zukünftigen Tunneleingang. Auch am Samstagnachmittag wird hier auf Hochtouren gearbeitet. Die monströsen "CATS" mit ihren gewaltigen Raupen oder den zwei Meter hohen, unheimlich dicken Reifen, jagen knatternd schwarzen Dieselrauch in den blauen Himmel. Von kundiger Hand gesteuert, wühlt sich die Schaufel der Bagger in die Schuttberge und befördert in einem Zug Dutzende von Kubikmetern in die geräumigen Wannen der Schlepper. Am Abhang, der für den Tunneleingang wie ein Käse abgeschnitten wurde, frisst sich eine mit Pressluft betriebene Bohrsonde ins Gestein, während Arbeiter von Hand Baumstrünke, Wurzeln und loses Gestein herauspickeln. Wir stehen hier im Lärm und Staub und malen uns den Tag aus, an dem man bequem durch den Belchentunnel fahren wird. Ob man dann noch einen einzigen Gedanken hat für jene lebhaften Männer, die uns zwar ihrer so andersartigen Lebensgewohnheiten den letzten Nerv ausreissen, die sich aber froh einsetzen, damit wir es dermaleinst noch bequemer haben? Während man dem Berg langsam aber sicher zu Leibe rückt, schlendern wir am wachsenden Barackendorf vorbei ins ursprüngliche Eptingen zurück. Ein junger Giovanni schiebt einen Karren mit Backsteinen und strahlt uns mit blendend weissen Zähnen an. Wahrscheinlich denkt er an das kommende Risotto, oder an seinen Schatz unten in Sizilien...
"Wie findet sich die Bevölkerung mit dem neuen Pulsschlag ab?" fragen wir vorne im Dorf einen alten Eptinger. Er schaut uns etwas wehmütig an: "Schade ist es schon für unser stilles Tal, aber kein vernünftiger Mensch wird versuchen, dem Rad der Zeit in die Speichen zu greifen."

Eptingen im Wandel der Zeit: Waldenburger Bezirksblatt von 1976
Auch in Eptingen kann bald ein 100-jähriges Jubiläum gefeiert werden. In drei Jahren (1979) sind es 100 Jahre her dass Eptingen einen Kirchturm erhalten hat. Ausgestattet mit einem vierstimmigen Geläute, vier Zifferblättern und Viertelstunden-Schlag. Im Innern der Kirche wurde 1903 eine Orgel eingerichtet. Das Schulhaus in seiner heutigen Grösse wurde 1967 gebaut. Schulhausrenovationen: 1955 Einbau der Zentralheizungen, 1965 Gesamtrenovation mit Umbau des Treppenhauses und Errichtung von weiteren Unterrichtszimmern. Weitere Gebäude der Gemeinde sind die 1894 erbaute Friedhofhalle auf dem Friedhof Eichenberg und das Spritzenhaus mit Gemeindemagazin und Schlachthaus, ebenso die im Jahre 1927 gebaute Uhrenfabrik, welche auf Veranlassung der Firma Gunzinger in Welschenrohr durch die Gemeinde erstellt wurde und von der erwähnten Firma in Pacht genommen wurde. Der Betrieb wurde aber nur etwa drei Jahre aufrechterhalten. Etwa 30 Arbeiter fanden in dieser Fabrik Verdienst. Nach dem zweiten Weltkrieg hatte sich darin eine Spielwarenfabrik etabliert und heute beherbergt sie eine Firma der Schleiftechnik..
 Die Bevölkerungszahl ist seit Jahrzehnten stabil, bewegt sich aber in den letzten Jahren leicht nach oben. Die Mehrheit der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig. Das kulturelle Leben tragen grossteils die Vereine. Für das leibliche Wohl sorgen das Hotel Bad und das Restaurant Post, sowie die die Bergwirtschaften Unterer Kall und das Berghaus Ober-Bölchen. Der bedeutendste Industriebetrieb in der Gemeinde ist die Mineralquelle Eptingen Ag. Vom kleinen Gewerbebetrieb um die Jahrhundertwende gegründet, hat sie sich zu einem bekannten Grossunternehmen entwickelt. Das öffentliche Verkehrsmittel durch das Diegtertal ist der Busbetrieb der Automobilgesellschaft Sissach-Eptingen. Diese Gesellschaft hat im Jahre 1917 die Pferdepost abgelöst, mit vier grossen Autocars, einem modernen Reisecar und zwei Lastwagen hat sie sich zum wichtigsten Transportunternehmen der Region entwickelt. Die Wasserversorgung des Dorfes ist seit 1896 in Betrieb. 1937 wurde in der Leisen eine neue Quelle gefasst und ein Pumpwerk erstellt, durch welches das Wasser in das neu erstellte Reservoir auf Stamberg gepumpt wird. Um 1905 wurde im Dorf als Neuerung das Elektrische in allem Häusern eingerichtet. Gefördert durch die Baulandkäufe der Gemeinde wurde in der letzten Zeit vor allem in den Gebieten Obertloch und Schafberg sehr viel gebaut. Gegenwärtig ist die Waldzusammenlegung im Gange. Der grösste Teil des Waldes 283 ha, gehört der Bürgergemeinde, dieser und der Privatwald, 112 ha, werden neu parzelliert.
Während des ersten Weltkrieges beherbergte das Dorf mit den umliegenden Höfen zusammengerechnet rund 40 000 Soldaten und dazu eine stattliche Anzahl Pferde. Diese Truppen wurden zur Befestigung des Bölchens eingesetzt. Alle damals gebauten Anlagen sind unvergängliche Zeugen des schweizerischen Wehrwillens.
Eine Bauordnung und ein Zonenplan wurde 1960 beschlossen. Dieses vor allem weil der Bau der Autobahn mit dem Belchentunnel bevorstand. Der Autobahn-und der Tunnelbau haben im Dorf fast unbeschreibliche Umwälzungen, Landschaftsveränderungen und Schäden verursacht. Durch die vielen Gebietsabtretungen wurden denn auch die Feldregulierung und die Güterzusammenlegung beschlossen. Das ganze Leisental wurde ca. 13 m hoch aufgefüllt. Wohl aber das grösste Ereignis der Baugeschichte war die grosse Erdrutschkatastrophe am 29. Juli 1969. Bedingt durch die falsche Linienführung der Autobahn wurde dieser Erdrutsch ausgelöst. Welchen Schaden diese Katastrophe verursacht hat, wird wahrscheinlich niemals bekannt werden. Zerstört wurden vor allem das Hofgut Eichenberg, der Friedhof, die Gebäude der Mineralquelle, die Zimmerei Thommen und eine eben fertiggestellte Brücke der Autobahn. Der Friedhof wurde auf dem Stammberg neuangelegt. Den grössten Schaden erlitt die Mineralquelle, sie musste den Betrieb vorübergehend nach Sissach verlegen. Heute präsentiert sich jedoch ein moderner Neubau unterhalb des Dorfes, in welchem auf vollautomatischen Anlagen produziert wird.
In absehbarer Zeit wird sich Eptingen in einem neuen Gewand zeigen, welches nur wenig Ähnlichkeit hat mit dem Dorf vor dem Autobahnbau. Die letzten Arbeiten zur Behebung der Baunarben sind in der Schlussphase. Früher gab es ein kleines verträumtes Dorf zuhinterst im Diegtertal, in Zukunft gibt es Eptingen, ein Dorf mit einem modernen Gesicht, weltoffen am Puls des internationalen Verkehrsstromes.

Herzlichen Dank an Herr Werner Schmutz, er hat mir die Dokumente zur Verfügung gestellt