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Vielleicht haben Sie sich auch schon gefragt wie all diese Fotos entstanden sind? Vor allem bei den Tierfotos gibt es meistens eine interessante Geschichte dazu. Ein paar eindrückliche Erlebnisse möchte ich hier schildern. Wenn Sie den fett markierten Text anklicken sehen Sie das passende Foto dazu.
Im März 2012 war ich am frühen Nachmittag vom Kloster Schönthal her Richtung Kilchzimmersattel unterwegs. Am Waldrand sah ich 4-5 Gämsen, sie verschwanden auch sofort als sie mich sahen im nahen Wald. Allerdings konnte ich beobachten wie sie sich nahe am Waldrand aufhielten, also konnte ich damit rechnen dass sie bald wieder auf der Wiese auftauchen werden. Nach ca. 15 Minuten warten kam plötzlich eine etwa  2-3 Jahre alte Gämse  aus dem Wald und blickte gebannt in meine Richtung. Ich bewegte mich nicht, hatte jedoch den Fotoapparat ständig auf sie gerichtet. Sie näherte sich erst langsam und vorsichtig und blieb dann wieder stehen. Dann rannte sie in grossen Schritten auf mich zu und blieb erst etwa 10 Meter vor mir stehen. Neugierig begutachtete sie mich und lief dann an mir vorbei und in grossem Bogen wieder den Hang hinauf in den Wald. Ich überlegte mir was sie wohl so neugierig gemacht haben konnte. Ich kam zum Schluss dass sie das weisse Focuslicht an der Kamera interessierte. Ich hatte auf jeden Fall ein paar schöne Fotos im "Kasten".

Im Mai 2012 war ich ebenfalls in der Nähe des Kilchzimmersattels unterwegs. Es war Mittagszeit und ich suchte mir eine Bank und kramte im Rucksack meinen Lunch hervor. Ich sass etwa eine Viertelstunde auf dieser Bank und bestaunte die Aussicht. Plötzlich hörte ich auf einem Mergelweg hinter mir ein Geräusch wie Pferdehufe! Ich drehte mich um und sah wie eine  junge Gämse  etwa 3 Meter hinter mir durchspazierte. Ich schätze mal dass es ein Jährling war. Immer wieder schaute sie sich suchend um. Ich verhielt mich ganz ruhig und bewegte mich nicht. Einmal blickte sie mir direkt in die Augen, aber da ich mich nicht bewegte und der Wind von vorne kam, konnte sie wahrscheinlich nicht definieren was da regungslos auf der Bank sass. Die Kamera habe ich in solchen Fällen immer griffbereit und mit den passenden Einstellungen neben mir liegen. Als sie an mir vorüber war stand ich auf, nahm die Kamera und "zielte" auf sie. Ich musste warten bis sie auf dem Weg ein Stück weit vorgegangen war. Dort war ein sonniger Abschnitt. Genau als sie auf dieser sonnigen Stelle ankam, machte ich mich bemerkbar. Sie drehte sich um und ich hatte 2-3 Sekunden um sie im schönsten Sonnenlicht zu fotografieren. Sie flüchtete dann den gegenüberliegenden Hang hoch. Anzumerken ist noch dass ein paar Meter weiter vorne jemand einen Mittagschlaf hielt und von der ganzen Szene nichts mitbekam.
 
Meistens hat man nur ein paar Sekunden um die ganze Situation einzuschätzen. In diesem Fall spekulierte ich darauf, dass die junge Gämse den Weg weitergehen würde bis sie ins Sonnenlicht kommt. Natürlich hätte ich sicherheitshalber ein paar Fotos im Schatten schiessen können, aber die hätten nie dieselbe Ausstrahlung gehabt und die Gämse wäre weg gewesen. Allerdings ist mir schon oft ein Super Foto verwehrt geblieben weil ich keine Geduld hatte, oder falsch spekuliert habe. Mit der Zeit lernt man die verschiedenen Situationen blitzschnell einzuschätzen und den richtigen Augenblick abzuwarten. Die Kamera ist immer mit einer Sicherheitsreserve bezüglich Verschlusszeit eingestellt, meistens offene Blende, erhöhte ISO-Zahl um 320-500 und wenn es das Licht erlaubt noch mit einem Minuswert von etwa 1.3 der Belichtungskorrektur. Das erlaubt mir dann auch eine kürzere Verschlusszeit. Das finde ich vor allem Abends bei tiefstehender Sonne sinnvoll, da sonst einige helle Stellen auf dem Fell der Tiere überbelichtet sind. Wenn mir genügend Zeit bleibt, kann ich immer noch mit den Kameraeinstellungen an die Grenze des Machbaren gehen.

Im Juli 2012 war ich mit einem befreundeten Fotografen abends auf der Kallhöhe unterwegs. Er wollte sich einen idealen Standort suchen um den Sonnenuntergang zu fotografieren. Ich blieb auf der Kallhöhe. Ich setzte mich in ein angrenzendes frisch gemähtes Feld und beobachtete die Gegend. Nach einer halben Stunde sah ich hinter einer etwas weiter entfernten Kuppe kurz etwas helles auftauchen. Da ich weiss, dass dort oft Rehe grasen und auch weiss wie schwierig es ist sich an Rehe anzupirschen, machte ich mir vorerst keine weiteren Gedanken. Kurz darauf sah ich dieses helle Fell wieder kurz auftauchen. Jetzt war ich mir doch sicher dass es kein Reh ist sondern eine Gämse sein muss. Allerdings ist die Gegend um die Kallhöhe nicht ideal um sich anzuschleichen, es hat zu wenig Hügel. Aber das Wetter war nicht schlecht für mein Vorhaben! Es blies ein sehr starker Südwestwind. Nach kurzer Überlegung machte ich mich auf den Weg, die Abendsonne stand genau richtig, seitlich links von mir und der Wind blies so stark und kam ebenfalls von links. So rechnete ich mir eine Chance für ein gutes Foto aus. Ich folgte einem Waldsaum auf die Anhöhe. Bald schon hatte ich den  kapitalen Gämsbock  im Visier. Aber die Distanz war immer noch zu gross. Immer wenn er frass, näherte ich mich wieder ein paar Schritte im Schatten des Waldrandes. Wenn er prüfend hochblickte und kurz die Umgebung absuchte, blieb ich stehen. Die Kamera hatte ich immer im Anschlag. Der Wind war so stark dass ich Mühe hatte die Kamera einigermassen ruhig zu halten. So konnte ich mich ihm bis auf etwa 10-15 Meter nähern. Einmal hatte ich den Eindruck dass er mich gesehen hatte. Aber er frass ruhig weiter. Schlussendlich bemerkte er mich doch und verschwand im nahen Wald und zwar ohne Hektik. Es ist immer ein eindrückliches Erlebnis sich einem so schönen und kräftigen Tier zu nähern. Wenn von Gämsen die Rede ist, hat man ein Bild vor Augen von einem schlanken und grazilen Tier. Die Juragämsen, vor allem die Gämsböcke, erreichen allerdings eine stattliche Grösse und scheinen auch einiges kräftiger als die Alpengämsen. Es hat sich auf jeden Fall wieder einmal gelohnt die Natur in Ruhe und mit Geduld zu beobachten!

Einige dieser Gämsen am Bölchen kennen mich mittlerweile recht gut, deshalb ist es mir auch möglich mich ihnen bis auf wenige Meter zu nähern. Vor allem eine etwas ältere Gämse, ich nenne sie  Hedwig  flüchtet schon lange nicht mehr wenn sie mich erblickt. Sie hat jedes Jahr zwei Junge, so auch dieses Jahr. Allerdings ist sie dann während der ersten sechs Monate auch sehr scheu. Aber so ab Oktober wird sie dann auch wieder zutraulicher.
Ein Erlebnis vom Herbst 2011 bestätigt dies.
Ich war an diesem schönen Herbstmorgen im November wieder an ihrem bevorzugten Weideplatz und sie schaute nur kurz auf als sie mich sah und graste ruhig weiter. Genauso ihre beiden Jungen. Nach etwa 20 Minuten blickten die beiden Jungen gebannt in die Richtung wo der Weg aus dem Wald biegt. Immer wieder schauen sie zurück zu ihrer Mutter. Diese steht am Waldrand und blickt ebenfalls gespannt in dieselbe Richtung. Das wiederholt sich in den nächsten 2 Minuten mehrmals. Mich nehmen sie gar nicht zur Kenntnis. Plötzlich flüchtet die Mutter den bewaldeten Hang hinunter und ihre beiden Jungen folgen ihr sofort. Kurz darauf kam eine Wanderin auf demselben Weg den ich zuvor gekommen war aus dem Wald. Dieses Ereignis bestätigt mir dass sie mich inzwischen gut kennen und auch Vertrauen haben.
31.08.2012: Nachdem ich  Hedwig  etwa 4 Monate nicht mehr gesehen habe, tauchte sie heute ohne ihre Jungen an ihrem Weideplatz auf. Sie zeigte nur wenig Scheu und so gelang es mir ein paar schöne Fotos zu machen.

An einem sonnigen Tag Anfang Juni 2011 war ich um die Mittagszeit unterwegs nach Hause. Nichts brauchbares an Fotos hatte ich an diesem Morgen geschossen. Ich war bereits auf der Ebene unten in Eptingen, in Sichtweite der Eptinger Mineralwasser AG. Plötzlich sah ich nur kurz etwas braunes in einem Streifen ungemähtem Feld verschwinden. Ich vermutete zwar dass es sich um ein Reh handeln könnte, war mir aber nicht sicher. Meine Neugierde war auf alle Fälle geweckt. So näherte ich mich dem ungemähten Grasfeld vorsichtig und blieb an dessen Rand stehen. Aber ich konnte nichts entdecken. So drehte ich mich um und wollte wieder auf die Strasse zurück als ich hinter mir plötzlich ein Geräusch hörte. Ich drehte mich um und sah wie eine Rehgeiss in grossen Sätzen flüchtete. Hatte mich meine Vermutung doch nicht getäuscht. Den Fotoapparat hatte ich in der Hand, aber es war zu spät um noch irgendwelche Fotos schiessen zu können. So wollte ich unverrichteter Dinge wieder abziehen als plötzlich wie aus dem Nichts zwei etwa dreiwöchige Rehkitze vor mir standen! Ich war so erstaunt und erschrocken dass ich zuerst vergass ein Foto zu machen. Eines der beiden   Rehkitze  kam auf mich zu und blieb etwa 1 Meter vor mir stehen. Das andere  Rehkitz  zog sich etwas in das Feld zurück, beobachtete mich aber immer noch neugierig. Zum Glück habe ich meistens die richtigen Einstellungen an der Kamera schon im voraus vorgenommen, so konnte ich ein paar wunderschöne Fotos der beiden Rehkitze machen. Sie waren so nahe dass ich eigentlich lieber ein Weitwinkel Objektiv montiert gehabt hätte, so musste ich mit dem Teleobjektiv vorlieb nehmen und sogar ein paar Schritte zurückweichen! Kurz darauf begann eines der beiden Kitze lauthals nach der Mutter zu schreien. Ich entfernte mich rasch und war glücklich über diese schöne Begegnung.

Rehe sind meiner Meinung nach viel schwerer zu fotografieren als Gämsen, da sie meistens erst in der Dämmerung den Wald verlassen und die Weiden aufsuchen. Ich benutze oft einen Hochsitz und verbringe dort meistens ein paar Stunden. Manchmal bewegt sich stundenlang nichts in der Umgebung und plötzlich tauchen die Rehe wie aus dem Nichts auf. Kürzlich im August 2012 erlebte ich so eine Situation. Ich hatte meine Ausrüstung schon zusammengepackt als wenige Meter vor mir ein  junger Rehbock  auftauchte und kurz darauf tummelten sich 5 Rehböcke auf der Wiese. Allerdings war die Sonne schon untergegangen, trotzdem gelang mir noch das eine oder andere schöne Foto.

Vielleicht muss ich noch erwähnen dass ich hauptsächlich in der Schweizer Belchenregion fotografiere. Die Belchenregion beginnt für mich in Hauenstein-Ifenthal und endet beim Kloster Schönthal nähe Langenbruck, oder umgekehrt.  Zuerst dachte ich, wenn ich alle Jahreszeiten durchfotografiert habe ist Schluss. Ich erwähnte dies einmal einem befreundeten Fotografen gegenüber. Er lachte nur und meinte: Du wirst hier nie fertig mit fotografieren! Wie recht er doch hatte! Immer wieder neue Motive, andere Wetterbedingungen, anderes Licht usw. Ich habe noch so viele Ideen. Dann treffe ich auch immer wieder andere Fotografen und erhalte wertvolle Tipps in Sachen Kameraeinstellungen und Fotoentwicklung mit Photoshop CS6. Die Entwicklung der Fotos beansprucht die meiste Zeit. Wenn ein Foto im Kasten ist, beginnt erst die eigentliche Arbeit. Oft habe ich 20 Fotos oder mehr von der gleichen Szene gemacht und da ist es schwierig das beste herauszusuchen und zu bearbeiten. Manchmal arbeite ich eine Stunde an einem Foto mit dem Ergebnis dass ich es in den "Papierkorb" werfe. Andererseits entdecke ich Wochen oder sogar Monate später beim durchstöbern älterer Fotobibliotheken ein Foto welches mir damals gar nicht gross auffiel. Ist mir kürzlich mit diesem Foto von einem  Sonnenaufgang  in der Nähe des Kilchzimmersattels vom Juni 2012 passiert!

Bis vor kurzem konnte ich sehr wenige Vögel unterscheiden. Mich interessierten vor allem die Säugetiere. Meistens wusste ich nicht mal was für einen Vogel ich soeben fotografiert habe. Auch im folgenden Fall wusste ich erst nach einer Recherche im Internet was für ein Prachtsexemplar ich fotografiert hatte.
Im April 2012 war ich in der Gegend unterhalb des Schmutzberg unterwegs. Diese Region in der Gegend des Bölchen hatte ich erst wenige Wochen zuvor für mich entdeckt. Eigentlich wollte ich nachsehen ob sich in den Nistkästen unterhalb des Schmutzberg schon was regt. Aber Fehlanzeige und ich wollte schon wieder weiterziehen, aber der Gedanke dass vielleicht eine Eule oder ähnliches dort nisten könnte liess mich doch gut eine halbe Stunde in diesem Waldstück warten. Auch hoffte ich irgendwo zwischen den Bäumen ein Reh zu erblicken, aber da es ein etwas dunkles Gebiet ist, mit vielen Tannen, hatte ich wenig Hoffnung auf ein brauchbares Foto.
Aber was dann folgte war viel besser! Plötzlich hörte ich ein Rascheln in unmittelbarer Nähe und wie ich mich umblickte sah ich einen grossen grauen Vogel in unmittelbarer Nähe am Boden scharren. Er muss mich wohl gesehen haben, aber er liess sich nicht stören! Natürlich wusste ich nicht was es für ein Vogel ist, hatte auch noch nie so einen schönen Vogel mit gelben Augen gesehen. Da er genau auf einer sonnenbeschienenen kleinen Fläche nach etwas suchte, gelangen mir ein paar wunderschöne Fotos. Es war ein wunderschönes Exemplar eines   Habichts. Nach ein paar Minuten verschwand er fliegend zwischen den Bäumen. Es war faszinierend zu sehen wie er im Wald elegant und sehr sicher die Bäume umkurvte und lautlos wie er gekommen war verschwand.

Meine zwei bevorzugten Fotomotive sind Tiere und Landschaften. Wobei ich eigentlich eine Grenzen zwischen diesen beiden Gebieten ziehen möchte. Zwar finden beide in derselben Region statt, trotzdem haben beide ihre ganz speziellen und auch gegensätzlichen Eigenschaften. Während ich bei der Tierfotografie oft in Sekunden entscheiden muss ob das Foto "stimmig" sein wird, oder ob es sich lohnt den steilen Hügel hochzuklettern weil irgendwo dahinter eine Gämse am grasen ist, bleibt mir bei der Landschaftsfotografie doch mehr Zeit. Aber oft bei spannenden Wettersituationen ist man beruflich oder privat verhindert. Das ist halt vor allem frühmorgens bei den Sonnenaufgängen der Fall. Besonders im Herbst wurmt es mich dann wenn ich in der Schweizer Wettersendung höre " Die Nebelobergrenze liegt bei....." Ich habe meine bevorzugte Nebelobergrenze. Schon ein paarmal stand ich frühmorgens auf der Bölchenfluh und war in der dicksten Nebelsuppe, weil die Nebelobergrenze doch etwas höher als erwartet war. Auch habe ich schon Stunden mit warten und frieren verbracht, in der Hoffnung der Nebel könnte sich doch noch lichten! Oftmals vergebens. Die Bölchenfluh ist vor allem im Herbst ein beliebtes Ziel für Fotografen. Vor allem Samstags zum Sonnenaufgang! Da wandert man einsam durch den dunklen Tannenwald Richtung Bölchenfluh, hört keinen Laut und oben reiht sich Fotostativ an Fotostativ und die Aussichtsplattform ist fast vollständig besetzt! Andererseits ist das immer eine gute Möglichkeit Kontakte zu knüpfen.

Es gibt natürlich auch andere Erlebnisse in der Schweizer Belchenregion die nicht fotografisch dokumentiert sind und trotzdem sehr spannend sind. So auch folgende Erlebnisse vom Herbst 2011 und 2012.

Im September 2011 war ich mit einem Kollegen auf Spurensuche der Fortifikation unterhalb der Geissfluh. Nachdem wir die   Galerie Lauchwand  besichtigt hatten, wollten wir wieder hoch auf die Schattenbergweid oberhalb der Geissfluh.
Zuerst suchten wir aber noch die zwei   Designerstühle mit Aussicht . Dazu mussten wir direkt unter der Geissfluh einem Wildwechsel folgen, der einzige Pfad in dieser Region. Dieser führt immer an der steilen Felswand entlang. Mir ist nie ganz wohl unter solch steilen Felswänden. Ich habe auch schon gelesen dass andere an dieser Stelle nur mit Helm durchgehen. Nachdem wir über eine Geröllhalde runtergerutscht waren, bog   der Pfad  nach rechts in ein kleines und wildes Tal, aber immer noch direkt unter der Felswand. Plötzlich sahen wir von oben kleinere Steine und Äste runterfallen. Ich dachte da oben kraxelt ein unvorsichtiger Wanderer herum und schrie nach oben. Aber es fielen immer mehr und vor allem grössere Steine runter. Uns blieb nichts anderes übrig als uns so nah wie möglich an die Felswand zu pressen. Nach einer Weile entfernte sich der Steinschlag Richtung Westen. Wir warteten noch ein paar Minuten und rannten dann so gut es ging bei dem losen Geröll in das kleine Tal hinunter. In Sicherheit diskutierten wir was das wohl für ein Depp gewesen sei der hier so unvorsichtig rumkraxelt. Plötzlich sahen wir auf einer Anhöhe am Ende des Tals 5 Gämsen genau aus der Richtung des Steinschlags kommen. Nun war uns klar wieso niemand auf unsere Rufe reagiert hatte.
 
Schon früh fiel im Jahr 2012 der erste Schnee. Am 28. Oktober hatte es etwa 30 cm der weissen Pracht, nachdem es das vorangegangene Wochenende heftig geschneit hatte. Ein guter Grund um wieder einmal einen Ausflug in die Bölchenregion zu unternehmen. Am früheren Nachmittag an einem der letzten Oktobertage war ich auf dem Kilchzimmersattel. Eigentlich war ein Abstecher auf die Bölchenflue geplant, die Fernsicht versprach grossartig zu werden. Also marschierte ich los. Unterwegs disponierte ich plötzlich um und schlug den Weg auf den Ruchen ein. Ich stapfte durch den tiefverschneiten Tannenwald unterhalb des Ruchen und stieg dann auf der Nordseite hoch, rechterhand bietet sich nochmals ein schöner Ausblick auf die Ankenballen. Bei einer kleinen Hütte aus der Zeit der Fortifikation Hauenstein steigt der Weg nach Westen, über einen wilden Pfad auf der Krete hoch. Schneeverwehungen und der doch recht nasse Schnee machten das weitergehen etwas mühsamer. Schliesslich kam ich oben auf dem Ruchen auf 1123 M.ü.M an. Es folgte der obligate Eintrag ins Gipfelbuch und der Abstieg auf der gegenüberliegenden Seite. Das erste Ziel war ein kleiner  Felsvorsprung mit schöner Sicht auf die Belchenfluh und Teile des Schweizer Mittellandes sowie der Alpen. Leider hatte es auf diesem Felsvorsprung auch Schneeverwehungen und es war nicht ganz klar wo jetzt fester Boden oder nur Schnee ist. So machte ich nur ein paar Fotos und nahm den sehr steilen Abstieg in Angriff.
 
Doch was nun folgte, treibt mir noch heute kalte Schauer über den Rücken!
Obwohl es schon oberhalb dieses Felsvorsprungs relativ steil und rutschig war, querte ich doch diesen Felsen auf der rechten Seite. Ich wusste unterhalb des Felsens ist eine kleine Plattform. Dort kam ich auch relativ gut hin. Aber dort war eine Schneeverwehung und da es linkerhand die Felswand runtergeht getraute ich mich nicht da drauf zu treten, es waren zwar Tierspuren dort, aber das heisst nicht dass die Schneeverwehung auch mich trägt. Also zurück und einen anderen Weg. Nur wo? An dieser Stelle wäre noch die Möglichkeit bestanden umzukehren glaube ich, weiss es aber nicht mehr so genau!

Ich klammerte mich an kleinen Felsvorsprüngen und sah weiter vorne einen etwas dünneren Baumstamm wo ich mich festhalten wollte. In diesem Moment rutschte der linke Fuss auf dem Nassschnee aus. Ich konnte den Stamm mit der rechten Hand gerade noch fassen.....aber er brach in mehrere Teile, er war total morsch! Ich rutschte 3-4 Meter runter und ein grösserer Baum stoppte mich! Jetzt war ich in der Falle! Zurück ging nicht mehr und vorwärts auch nicht mehr. Es geht so steil runter und bei einem Sturz wäre unweigerlich die Bergrettung angesagt gewesen. Kurz überkam mich ein Gefühl von Panik, weil die Situation ausweglos schien, ein tolles Gefühl. Links und rechts kein Pfad und nichts zum festhalten! Ich beschloss nach links bei einer kleinen Felswand weiterzugehen. Hatte so ein wenig Halt an den glitschigen Steinen, aber bei einem Ausrutscher wäre auch das nutzlos gewesen. Ich kam ein paar Schritte weiter, aber nur bis zu einer kleinen Querrinne in der Felswand. Dort getraute ich mich nicht mehr weiter! Also vorsichtig drehen und wieder zurück, immer den steilen Abhang im Auge....ich hatte wirklich Angst, weil wenn ich da heruntergesaust wäre....gute Nacht! (Ich bin sicher dreimal vor und wieder zurück, so genau weiss ich es jetzt nicht mehr)

Jetzt war ich wieder an der gleichen Stelle! Aber auf der anderen Seite hatte ich auch keine Chance, nichts zum festhalten und der Nassschnee rutschte auf dem Laub weg wie auf Schmierseife! Das Problem war, ich sah nicht wohin ich trat! Es war echt zum Verzweifeln! Ich wusste nur eines: wenn ich da runterrutsche geht es übel aus! Ich versuchte mich zu beruhigen und wartete ein paar Minuten. Je länger ich wartete und mir vorstellte da runterzukugeln desto mehr Angst stieg in mir hoch. Ich kam zu dem Entschluss dass ich über diese Querrinne muss, egal wie! Ich näherte mich vorsichtig dieser heiklen Stelle. Dann scharrte ich etwas von dem nassen Schnee zusammen und stopfte die Rinne, dann trat ich mehrmals mit dem rechten Fuss drauf und prüfte die Festigkeit. Ich konnte das aber nur mit einem Fuss machen weil es so schmal war und die Gefahr bestand auch darin mit dem andern auszurutschen ! Dann trat ich vorsichtig drauf, aber die Schneebrücke rutschte weg. Also vorsichtig rückwärts wieder zurück zum Baum, umdrehen war ja nicht möglich. Ich suchte nach andern Möglichkeiten, aber aussichtslos! Also nochmals vor und eine neue Brücke: Ich scharrte wieder Schnee zusammen und probierte es noch einmal. Links hielt ich mich wieder an glitschigen und moosbewachsenen Steinen der Felswand um den Fuss zu entlasten damit nicht so viel Gewicht auf dieser Stelle lastet. Dann hob ich vorsichtig den andern Fuss, praktisch das ganze Gewicht lagerte jetzt auf dieser heiklen Stelle, ein tolles Gefühl, es läuft mir jetzt noch kalt den Rücken runter!. Dann suchte ich mit dem rechten Fuss auf der anderen Seite nach Halt. Das war auch sehr gefährlich da ja alles voller glitschigem Schnee auf feuchtem Laub war! Auf jeden Fall hielt meine zweite "Brücke" und ich kriegte ein paar Meter weiter auf der andern Seite einen Ast zu fassen, zum Glück hielt dieser und brach nicht ab. Aber ich war noch lange nicht unten. Es gab noch einige heikle Momente! Im untern Teil hat es auch praktisch nichts zum festhalten und die Gefahr war auch dort gross, auszurutschen und mitsamt einer Schneeladung über die Mauer auf der Bölchenstrasse zu landen!
Ich habe diese Stelle später einmal von unten begutachtet. Ein paar Meter unter dieser gefährlichen Stelle ist eine Felswand, nicht sehr hoch, aber trotzdem hätte ich da nicht runterrutschen wollen.
Bei trockenen Bedingungen ist diese Stelle überhaupt kein Problem, sofern man schwindelfrei ist.

Ich bin dort schon x-mal rauf und runter gekraxelt, bei Trockenheit, Regen, Schnee....aber so was! Das Problem war der feuchte Schnee auf nassem Laub, das ist wirklich wie Schmierseife und durch die vielen Verwehungen sah man nicht wohin oder worauf man tritt....ist jetzt unter dem nächsten Tritt "fester" Boden oder nur ein Loch welches mit Schnee aufgefüllt ist? Einmal bei einem Ausrutscher rollte eine Riesenschneekugel den Hang runter.
Eigentlich wollte ich noch auf die Bölchenfluh, aber ich liess sie rechts liegen und machte mich auf den Heimweg!

Ich habe in den letzten Wintermonaten ein paarmal den Direktaufstieg zu dem Felsen probiert. An dieser heiklen Stelle musste ich jedesmal wieder umkehren und den längeren aber sicheren Aufstieg über die Südseite auf mich nehmen um zu einem meiner Lieblingsplätze zu gelangen, ich nenne ihn: The North Face

Der Winter 2012/2013 war schneereich, aber mit wenigen sonnigen Tagen. In Erinnerung bleiben mir vor allem die Kälte und sehr oft verbunden mit einer stürmischen Bise! Es kam auch vor dass nicht einmal das stabile Stativ mit Kamera der kräftigen Bise standhielt, auch musste ich hin und wieder dem Fotorucksack hinterherrennen weil eine Böe ihn den Hang hinunterwehte. Ich durfte dann einige Utensilien im Gelände wieder zusammensuchen.
Mitte Dezember zeigte das Thermometer frühmorgens -12 Grad, ich stapfte mit  Roland Moser die Passstrasse hoch zum Kilchzimmersattel. Oben auf dem Sattel empfing uns eine stürmische Bise welche uns den aufgewirbelten Schnee ins Gesicht blies. Der Pfad auf der linken Seite war durch den  Abbruch eines Schneebretts unpassierbar, also probierten wir es auf der rechten Seite dem Waldrand entlang. Aber auch hier war der Schnee hüfthoch, von den Pfosten des angrenzenden Zauns waren nur noch die Spitzen zu sehen. Fast jeder Schritt war Tritt ins Leere, nie wussten wir wie weit wir einsinken würden. Nachdem wir diese Stelle passiert hatten und auf dem normalen Wanderweg Richtung Bölchenflue waren sah es etwas besser aus, da dieser Weg etwas windgeschützt war. Aber dafür erwartete uns hier ein anderes Hindernis: jede Menge  umgestürzte Tannen versperrten den Weg. Also mussten wir oben- oder untendurchkriechen. Was die Sache zusätzlich erschwerte war das Stativ auf dem Rucksack. Immer wieder verklemmte es sich in den Ästen der   umgestürzten Tannen. Wir brauchten sicher doppelt so lange bis wir endlich am Fuss der Bölchenfluh ankamen. Aber diese Stelle beim Bölchensattel war wiederum mit hohen Schneeverwehungen versperrt. Ebenso der steile Pfad hoch auf die Belchenfluh. Teilweise mussten wir sehr unkonventionelle Pfade gehen, um endlich auf der  Bölchenfluh zu stehen. Zum Glück ist ja im Dezember der Sonnenaufgang erst nach acht Uhr, so reichte es uns doch noch alle Vorbereitungen zu treffen für spannende  Fotos vom Sonnenaufgang.

Im Februar wollte ich den Vollmond von  diesem Felsen auf dem Ruchen fotografieren. Ich machte mich frühzeitig auf den Weg, da bei diesen Schneeverhältnissen wie in diesem Jahr der Aufstieg auf den Ruchen mühsam ist. Ich suchte den Pfad auf der Südseite und fand den Einstieg auch relativ schnell. Bei jedem Tritt versank ich im tiefen und auf dieser Seite durch die schon stärkere Sonneneinstrahlung auch feuchten Schnee. Immer wieder verhedderte sich das Stativ auf dem Rucksack in den Ästen und der Schnee landete in meinem Nacken. Schon weiter unten sah ich dass einige kleinere Nassschneerutsche den schmalen Pfad teilweise verschüttet haben. Etwa auf der Hälfte des Strecke versperrte ein grosser Nassschneerutsch den Pfad. Geprägt von meinem Erlebnis im Oktober zögerte ich mit dem Weitergehen. Ich stellte jedoch fest dass der Schnee in der Zwischenzeit genug fest war so dass ich problemlos über dieses Hindernis kommen sollte. Gleich danach kommt eine etwas abschüssigere und bei diesen Verhältnissen auch  gefährliche Stelle. Ich setzte vorsichtig einen Fuss vor den andern, manchmal versank ich im Schnee und ein andermal rutschte der Schnee etwas weg. Die oberste Schicht war schon wieder gefroren, während darunter der Schnee von der direkten Sonneneinstrahlung am Nachmittag noch weich war. So kam es oft vor dass der Fuss unter der gefrorenen oberen Schneedecke wegrutschte. Total verschwitzt kam ich auf dem Grat des Ruchen bei einem  Gebäude aus der Zeit der Fortifikation Hauenstein an. Bei diesen Schneeverhältnissen sieht dieses Gebäude aber eher wie ein Blockhaus irgendwo in Alaska aus. Keine Spuren, nur riesige Schneeverwehungen. Hier musste ich noch etwa 100m den schmalen Grat hoch bis zum Gipfel. Beim Gipfelbuch schaute ich kurz rein und machte mich dann auf zum Abstieg Richtung Felsen. Einen Pfad gibt es hier auch im Sommer nicht, so wählte ich den direkten Abstieg auf der Kuppe. In diesen massiven Schneeverwehungen versank ich aber oft bis zu den Hüften. Ich kämpfte mich mühsam weiter, konnte mich immer an Ästen festhalten. Bis ich zu einer auf beiden Seiten steil abfallende Stelle kam. Ich mühte mich noch unter einer allein stehenden Tanne durch und dann war Schluss, zu gefährlich! Ich stand irgendwo auf der Kuppe, sah durch die Verwehungen nicht ob ich genau in der Mitte war oder daneben. Linkerhand ist ein paar Meter weiter unten eine Felswand und auf der rechten Seite geht es ebenfalls steil runter. Ich wusste nicht ob sich der Schnee schon verfestigt hat und das Risiko mit einem Schneebrett auf der Bölchenstrasse zu landen war mir zu gross. Also kehrte ich an dieser Stelle um und machte mich auf den Weg zurück zur Bölchenfluh.

Etwa zwei Wochen vorher, etwa genau an dieser Stelle unterhalb des Ruchen hatte ich auch ein besonderes Erlebnis!
Es war schon Nacht als ich von der Bölchenflue runterkam und diese Stelle passieren wollte. Schon bei trockenen Verhältnissen gehe ich an dieser Stelle immer schnell durch. Die Felsbrocken und Steine am Rand und auf dem Weg zeigen dass hier des öfteren was von oben kommt! Als ich genau anfangs dieser Felswand war hörte ich von oben ein Geräusch. Ich sah wie einzelne, kleinere Schneebrocken von oben geflogen kamen und blieb stehen. Ich überlegte noch: vor-oder zurück? Ich entschied mich ein paar Schritte zurückzugehen und als ich in Sicherheit war kam von oben ein ganzes Schneebrett die Felswand runter und verschüttete den Wanderweg. Ich wartete und zögerte immer wieder weil sich oben auch kleinere Steine lösten. Nach etwa 10 Minuten huschte ich so schnell es möglich war durch und war froh diese Stelle passiert zu haben.

Schon lange wollte ich den Sonnenaufgang vom Ruchen mit der Belchenfluh im Vordergrund fotografieren. Dazu musste ich aber warten bis die Sonne westlich der Belchenfluh aufgeht. Am 20.06.2013 war es so weit. Ein starker Südwestwind blies an diesem Morgen. Mit einem Fotografen Kollegen startete ich um 04.45 Uhr auf dem Chilchzimmersattel Richtung Bölchenfluh. Keine Wolke am Himmel in der Richtung wo die Sonne aufgeht und dazu noch Saharastaub in der Luft. Ideale Voraussetzungen für einen wunderschönen Sonnenaufgang! Richtung Westen zeigten sich aber schon die ersten Wolken einer heranziehenden Kaltfront. Auf dem Bölchensattel entschied sich mein Kollege den Sonnenaufgang von der Fluh zu fotografieren. Ich nahm den steilen Direktaufstieg zum Felsen unterhalb des Ruchens in Angriff. Auf halber Strecke kamen plötzlich Steine von oben geflogen, ich suchte Deckung hinter einem Baumstamm und spähte nach oben. Meine Vermutung bestätigte sich als ich ein paar Pfiffe hörte: ich hatte eine Gämse beim Frühstück gestört. Ich wartete bis sich der Steinschlag entfernte und stieg dann weiter auf. Unterwegs begutachtete ich noch die Stelle wo ich letzten Oktober in "Bergnot" war. Bei diesen trockenen Verhältnissen eigentlich kein Problem wenn man schwindelfrei ist. Ich fand auch noch den abgebrochenen Baumstamm an dem ich mich damals festhalten wollte. Beim Felsen oben angekommen installierte ich meine Kamera und wartete auf den Sonnenaufgang. Die Wolken in meinem Rücken kamen nur ganz langsam näher. Um 05.31 war es so weit! Die Sonne stieg als  gelbrötlicher Ball östlich des Wisenbergs auf.
Ein  wunderschöner Sonnenaufgang, genau so hatte ich mir das vorgestellt, schöner geht nicht mehr! Dank des Saharastaubs in der Luft hatte ich auch mehr Zeit bevor sich die Blendenflecke bemerkbar machten und der Himmel war schön rot-orange gefärbt.
Mit Gämsen muss man in den abgelegenen und schwer zugänglichen Orten in der Bölchenregion immer rechnen. Ebenfalls im Juni wollte ich den  gelben Frauenschuh fotografieren. Es ist der einzige Ort in der ganzen Region wo diese in der Zwischenzeit seltene und  geschützte Orchidee noch wächst. Als ich ausserhalb des umzäunten Gebiets meine Kamera auf dem Stativ montierte, hörte ich wie von oben Steine den Hang runterkugelten. Auch hier schnappte ich sofort meine Kamera auf dem Stativ und suchte Deckung hinter einem Baumstamm. Hier war es nicht so gefährlich da der Zaun die etwas grösseren Steine aufhielt. Es war ebenfalls eine Gämse die ich gestört hatte und das Weite suchte.

Einige Gedanken in eigener Sache...oftmals höre ich den Vorwurf dass ein Foto oder ein Fotobuch von mir zu teuer ist, oder dass ein Foto nicht der Realität entspreche! Ich frage dann jeweils ob er oder sie auch vor Ort war? Das wird dann immer verneint, denn um diese Zeit wo ich unterwegs bin schläft man noch im warmen und gemütlichen Bett oder man schaut sich im geheizten Wohnzimmer einen Film an. Wenn ich dann erkläre dass ich bei diesem oder jenem Foto bei -15 Grad und eisiger Bise stundenlang an einem Ort auf den magischen Moment gewartet habe, sehe ich ein Staunen in ihren Gesichtern. Aber noch niemals habe ich in solchen Situationen das warme Bett vermisst! Wenn ich weiter erkläre dass bei einigen Fotos ein nicht ganz ungefährlicher Aufstieg durch hohe Schneeverwehungen bei völliger Dunkelheit nötig war und ich oben völlig verschwitzt ankomme, schaudert es doch einige und ich merke, dass sie das Ganze plötzlich mit andern Augen sehen. Es ist immer einfach ein Foto im warmen Wohnzimmer anzuschauen. Vielleicht sollte man sich einmal für die Geschichte hinter diesem oder jenem Foto interessieren. Jedes Foto ist mit einer Erinnerung verbunden. Wie kam es zustande? Wie viele vergebene Anläufe brauchte es? Manchmal hat man auch Glück und es passt alles! Das ist selten, aber kommt hin und wieder vor. Im Sommer eher als im Herbst oder Winter, dafür haben diese beiden Jahreszeiten einiges mehr an Potenzial, sei es durch Nebel oder Schnee. Oftmals sind es nur ein paar Sekunden die den Unterschied ausmachen ob ein Foto gelingt oder nicht. Der Nebel kann sich plötzlich lichten und kurze Zeit später ist man wieder in dichte Nebelschwaden eigehüllt. Oftmals steht man auch stundenlang im dichten Nebel und wartet und wartet und nichts tut sich. Aller Aufwand umsonst!  Wenn ich gefragt werde wie man solche Stimmungsfotos macht, antworte ich jeweils "Den Wecker auf 4 Uhr stellen"!

Im Juni 2014 war ich frühmorgens unterwegs zu einem Hochsitz in der Bölchenregion. Nachdem ich über eine Stunde dort gesessen hatte und kein einziges Tier vor die Kamera bekommen hatte, beschloss ich den Standort zu wechseln. Dazu musste ich etwas weiter unten wie schon beim Hinweg einen Stacheldrahtzaun überwinden. Das gelang mir anfänglich auch recht gut, aber mit dem schweren Fotorucksack auf dem Rücken und der Kamera in der Hand verlor ich doch das Gleichgewicht und stürzte. Nichts passiert, alles heil. Nur konnte ich an dem abschüssigen Hang nur schwer wieder aufstehen. Nachdem ich mich mühsam wieder aufgerappelt hatte, bemerkte ich in unmittelbarer Nähe  einen Gämsbock im hohen Gras der mich beobachtete!
Die Kamera hatte ich ja noch in der Hand und so gelangen mir ein paar wunderschöne Aufnahmen. Später bemerkte ich dass weiter oben noch ein   junger Gämsbock wartete. Dieser zögerte lange mit dem weitergehen und als er sich dann doch entschloss rauschte er in rasantem Tempo an mir vorbei und sprang mit einem Riesensprung über den Stacheldraht wie schon sein älterer Kollege. Was die sich wohl dachten beim Anblick meiner umständlichen Zaunüberquerung?
Schon oft sass ich auf diesem Hochsitz, weil ich weiss, dass die Gämsen hier durchmüssen um an eine ihrer Lieblingswiesen etwas weiter oben zu gelangen.

Fortsetzung folgt...

Reportage in der Basler Zeitung: Die Jagd nach dem perfekten Foto

Über einen Eintrag in meinem Gipfelbuch freue ich mich immer ganz besonders!

Falls sie noch weitere interessante Storys über die Entstehung von Fotos lesen möchten, kann ich Ihnen den Blog  eines befreundeten Fotografen empfehlen :  Blog von Roland "Bill" Moser

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