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Gämsen hat es schon im Mittelalter im Jura gegeben. Knochenfunde bei der Ruine Froburg und in Nenzlingen haben dies bestätigt. Im Mai 1959 wurden bei einer Lichtung unterhalb der Gerstelfluh bei Waldenburg die ersten 10 Gämsen ausgesetzt, vom damaligen Oberförster des Kanton Baselland, Max Wälchli.  Falls Sie die Entstehungsgeschichte einiger dieser Fotos interessiert, finden Sie hier mehr Informationen.
Heute leben im Kanton Baselland etwa 120-150 Gämsen.
Video: Gämsen von Netz Natur in diesem Video werden auch ein paar Gämsen in der Schweizer Belchenregion gezeigt.
Weibchen und Jungtiere leben in Herden zu 15 bis 30 Tieren. Die soziale Bande ändert sich mit den Jahreszeiten. Im Sommer ist sie sehr intensiv; ein Tier der Herde ist zu dieser Zeit stets als Wächter abgestellt und warnt die anderen bei Gefahr durch einen Pfiff. Zum Winter hin wird der Herdenzusammenhalt lockerer, und manche Herden vermischen sich oder lösen sich auf. Das Rudel wird von einer erfahrenen Geiss angeführt. Böcke leben einzelgängerisch und suchen erst im Spätsommer eine Herde auf. Sie vertreiben die männlichen Jungtiere, wenn sie alt genug sind, und behaupten sich in Kämpfen gegen Geschlechtsgenossen. Dabei können die Kämpfe auch recht heftig ausfallen und es kommt vor, dass dem Widersacher erhebliche Verletzungen zugefügt werden. In der zweiten Novemberhälfte erfolgt dann die Paarung.
Ende Mai oder Anfang Juni wirft die Gämse ein, selten zwei oder drei Junge, die bald der Mutter folgen und drei Monate gesäugt werden. Die Tragzeit beträgt sechs Monate. Die Geissen werden nach zwei Jahren geschlechtsreif. Im dritten Jahr ist das Junge ausgewachsen. Die Gamsböcke erreichen ein Alter von 15 Jahren, die Weibchen werden bis zu 20 Jahre alt.
Die Gämse bewohnt den ganzen Alpenraum und Teile des Balkans und der Karpaten. Auch im Kaukasus und Anatolien kommen Gämsen vor. In Spanien, dem südwestlichen Frankreich und Mittelitalien leben die einer anderen Art angehörenden Pyrenäen-Gämsen. Das grösste Revier Europas befindet sich im Hochschwabgebiet in der Steiermark. Nach Auswilderungen existieren zudem wieder kleine Populationen im Lausitzer Gebirge, im Schwarzwald, den Vogesen, dem Jura sowie auf der Fränkischen Alb. Der Lebensraum Hochgebirge ist ein Rückzugsraum, die frühere Verbreitung der Gämse in Mittelgebirgen konnte durch archäologische Funde belegt werden.
 
 
Das Tier hält sich am liebsten im oberen Waldgürtel auf, steigt im Sommer aber häufig weiter ins Gebirge empor. Wenn die Gämse weiter unten zu sehr gestört wird, geht sie selbst in die unzugänglichsten Gebiete, von wo aus sie dann mit Anbruch des Tages die Grasplätze zwischen den Felsen besucht. Gegen den Winter rückt sie weiter in die Wälder herab.
Rätsel um Gämsen im Jura ungelöst
Die Jagdverwaltungen der Kantone Baselland und Solothurn wollten den stagnierenden Gämsbeständen mit einer gemeinsamen Zählung auf die Spur kommen. Doch ein Teil der Solothurner Jäger machte nicht mit. Demnächst soll es einen neuen Anlauf geben.Der Baselbieter Kantonstierarzt und Jagdverwalter Ignaz Bloch schätzt den derzeitigen Gämsbestand im Kanton Baselland auf 120 bis maximal 150 Tiere. Davon würden etwas mehr als die Hälfte im Oberbaselbiet im Raum Passwang-Bölchen-Schafmatt und rund 50 Tiere im Grossraum Blauen leben, wobei der Oberbaselbieter Bestand stark schwankt, weil die Tiere zwischen den Kantonen Baselland und Solothurn hin und her pendeln. Dieser stete Seitenwechsel erschwert die Lösung des Rätsels, das Bloch so umschreibt: "Die Gämsen pflanzen sich fort, aber die Bestände nehmen nicht zu."
An der Jagd kann es - zumindest auf Baselbieter Seite - nicht liegen, denn der Kanton gibt die Abschusszahlen vor. Und diese sind klein und werden teilweise gar unterschritten. So sind im Jahr 2010 fünf Tiere freigegeben und drei erlegt worden. Auch den Luchs will Bloch nicht für den stagnierenden Gamsbestand verantwortlich machen. Die Anwesenheit der Raubkatze wirke sich aber auf die Gämsen aus, indem diese scheuer würden, was die Jagd schwieriger mache, sagt Bloch.
Schlaue Tiere. Einen Beitrag zur Lösung des Gamsrätsels versprachen sich die Jagdverwaltungen von Baselland und Solothurn vor zwei Jahren von einer systematischen, gleichzeitigen Tierzählung in beiden Kantonen. Parallel dazu wollte Bloch zwei weibliche Jungtiere im Laufental besendern, um Aufschluss über deren Wanderverhalten zu bekommen. Doch beides scheiterte bis anhin. Zu Letzterem sagt Bloch: "Das Besendern ist viel schwieriger als wir uns das vorgestellt haben. Die Tiere sind schlau." Zudem störe ein Holzschlag in einem der zwei Gebiete in dem die Gämsen mittels Fallen oder Narkoseabschuss für die Besenderung hätten gefangen werden sollen, die Tiere.
Nicht Aussagekräftig. Bei der kantonsübergreifenden Zählung der Gämsen liegt der Ball bei den Solothurner Jägern. Denn ein Teil von ihnen wollte bei der ursprünglich auf Frühling 2009 geplanten Aktion nicht mitmachen. Dies mit dem Resultat, dass es nur zu Teilzählungen mit nicht aussagekräftigen Resultaten kam, wie Mark Struch vom Solothurner Amt für Wald, Jagd und Fischerei sagt.
Jetzt wolle man voraussichtlich 2012 einen neuen Anlauf nehmen. Die letzte Zählung im Jahr 2005 habe im Kanton Solothurn 500 Tiere ergeben, doch sei der Bestand seither tendenziell rückläufig, sagt Struch. Daran sei auch der Luchs - im Solothurnischen Jura gibt es einige mehr als im Baselbiet - nicht ganz unschuldig, obwohl seine Hauptbeute das Reh sei. Zahlen von Gamsrissen durch den Luchs sind aber in beiden Kantonen keine bekannt.
Eigenverantwortung. Sobald die Gamsbestände grenzüberschreitend erhoben sind, will Bloch das restriktive Baselbieter Jagdsystem ans liberalere Solothurner Modell anpassen. Das heisst, die Jagdverwaltung gibt keine Abschusszahlen mehr vor, sondern die Jagdgesellschaften können in Eigenverantwortung handeln. Einzige Bedingung sei, dass die Bejagung der Gämsen nachhaltig zu erfolgen habe. Ziel sei dabei, dass der Tierbestand steige und sich der genetische Austausch verbessere, sagt Bloch. Ihm ist vor allem im Blauengebiet der heutige Gamsbestand zu klein.
Seit Jahren sind die Gämsen im Baselbiet für Jagdverwalter Ignaz Bloch ein Rätsel: Sie pflanzen sich fort, aber der Bestand wächst nicht. Eine Vermutung war, dass die Tiere in den Kanton Solothurn abwandern. Um mehr Gewissheit zu haben, vereinbarten die Jagdverwaltungen der beiden Kantone, zusammen mit den Jagdgesellschaften eine gemeinsame Zählung durchzuführen, die nun - nach Anlaufschwierigkeiten im Vorjahr - in diesem Frühling über die Bühne ging. Doch was einfach tönt, war nicht ganz so einfach: Weil während der fixierten Zählperiode Ende März/Anfang April in höheren Lagen noch Schnee lag, waren nicht alle Solothurner Gebiete optimal zugänglich, was die Aussagekraft etwas trübt.
 
Dies und die Entwicklung im Baselbiet, wo alle Zahlen vorliegen, stützt eigentlich die These von der Abwanderung von Gämsen in den Nachbarkanton. Denn Bloch sagt: "Bei uns hat es tendenziell weniger Gämsen als im Vorjahr". Konkret heisst das : In den beiden Gämsgebieten im Raum Belchen - Passwang und rund um den Blauen lebten im Frühjahr 2013 41 Böcke, 81 Geissen und 38 Jährlinge. Kitze gab es jahreszeitenbedingt noch keine. Damit liegt das Baselbiet im gesamtschweizerischen Trend: Nicole Imesch vom Bundesamt für Umwelt spricht ebenfalls von einem "tendenziellen Rückgang" der Gämsen in den Alpen wie im Jura., wobei dieser regional sehr stark variere. Als Gründe nennt sie Krankheiten in gewissen Gebieten, die Konkurrenz mit dem Hirsch, Grossraubkatzen und Klimawandel.
Einen Aufschluss über das Gämsverhalten erhoffte sich Bloch auch von der Besenderung eines einjährigen Gämsbocks im Raum Grellingen vor einem Jahr. Denn von diesem Bock war zu erwarten, dass er bald abwandern würde und dann mithilfe des Senders seine Wege hätten verfolgt werden können. Doch wider Erwarten blieb der Bock bis jetzt beim Rudel. Bloch meint dazu: "Es bleibt uns nur die Spekulation: Wahrscheinlich wurde der Jungbock bisher vom stärksten Tier im Rudel nicht als Konkurrenz angesehen und deshalb auch nicht bedrängt." Unter dem Strich sind für den Baselbieter Jagdverwalter die Erkenntnisse zurzeit zu klein um etwas an der Baselbieter Gämsjagd zu ändern. Ursprünglich wollte man eine Anpassung ans liberalere Solothurner Modell vornehmen: Dort liegt die Jagdplanung bei den einzelnen Jagdrevieren, die so viele Tiere erlegen dass der Bestand stabil bleibt. So wurden im letzten Jagdjahr 2012 im Kanton Solothurn 109 Gämsen geschossen.
 
 
Im Baselbiet dagegen gibt die Jagdverwaltung die Zahl der maximal zu erlegenden Tiere vor. In den letzten beiden Jagdjahren 2012/2011 waren es 16 respektive 20 Gämsen. Und jetzt schielen die Solothurner sogar ins Baselbiet mit seinem Vorgabesystem. Dies aber nicht weil zu viele Tiere geschossen wurden, sondern die Falschen. Mark Struch: " Wir sind nicht zufrieden mit der Geschlechterverteilung, denn es werden deutlich mehr Männchen als Weibchen erlegt. Das Verhältnis sollte bei eins zu eins liegen." Der Grund: Vor allem jüngere Gämsböcke sind ein relativ einfaches Ziel, weil sie sich dem Jäger eher präsentieren, während Geissen vorsichtiger sind.
Basellandschaftliche Zeitung 20.11.2013  Text: Andreas Hirsbrunner