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Der Rotmilan gilt als einer der schönsten und elegantesten Vögel. Er ist nach dem Steinadler die eindrucksvollste Erscheinung unter den heimischen Greifvögeln. Das kontrastreiche und auffällige Gefieder mit den rostbraunen, schwarzen und weissen Farbtönen tragen zur Beliebtheit dieses Vogels in weiten Bevölkerungskreisen bei. Zudem zeigt er sich wenig scheu, wenn er in Dörfern und gar in Städten langsam um die Häuser und Wohnblocks segelt auf der Suche nach einem Komposthaufen oder nach Küchenresten.
Trotz der eindrücklichen Spannweite von bis zu 170 cm und einer Körperlänge von 65 cm wiegt der Rotmilan nur etwa 1 kg. Weibchen werden etwas grösser und schwerer als Männchen, doch lassen sich die Geschlechter äusserlich nicht unterscheiden. Am fliegenden Vogel fällt der lange und stark gegabelte Schwanz auf. Die grossen weissen Flecken auf der Unterseite der Handschwingen und der gräuliche Kopf sind weitere typische Merkmale. Im Gegensatz zum vorwiegend dunkel gefärbten Schwarzmilan ist die Schwanzoberseite des Rotmilans rostrot und nicht dunkelbraun gefärbt. Beim Schwarzmilan fehlen zudem die markanten weissen Felder im Unterflügel. Der Rotmilan weist auf dem Ober- wie auf dem Unterflügel rostfarbene Deckfedern auf. Beim Schwarzmilan sind diese dunkler und braun gefärbt.
Jungvögel lassen sich von Altvögeln am einfachsten an den hellen Rändern der Deckfedern sowohl auf der Ober- wie auf der Unterseite der Flügel unterscheiden. In den ersten Wochen nach dem Ausfliegen ist ihr Schwanz auch kürzer und weniger gegabelt als jener der Altvögel. Auf Brust und Bauch zeigen sie zudem eine helle Tropfenzeichnung.
"In hiesiger Gegend ist er ein so gemeiner Raubvogel, dass ihn jedermann kennt", konnte man 1803 lesen.
Im 19. Jahrhundert war der Rotmilan in der Schweiz weit verbreitet und brütete auch in Alpentälern. Ende des 19. und vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgte jedoch ein markanter Bestandsrückgang. Gleichzeitig verkleinerte sich das Brutgebiet in der Schweiz um etwa zwei Drittel. Der Rotmilan und andere Greifvögel wurden gnadenlos verfolgt. Der Rotmilan brütete fast nur noch in Teilen des nördlichen Juras.
Erst ab etwa 1945 schien sich der Bestand wieder zu erholen. 1969 wurde er auf 90 Paare geschätzt. In den 1970-er und vor allem in den 1980-er Jahren verschob sich die Verbreitungsgrenze wieder gegen Süden. Am auffälligsten war diese Ausbreitung zwischen Thuner- und Neuenburgersee. Mitte der 80-er Jahre brüteten in der Schweiz 235-300 Paare. Die Zunahme und Ausbreitung schritten in den folgenden Jahren noch weiter voran. In den 90-er Jahren nahm man in der Schweiz einen Gesamtbestand von etwa 1000 Paare an, doch gibt es noch immer unbesiedelte Gebiete, in denen die Art früher nistete. Auch in den Kantonen Graubünden und Tessin brüten keine Rotmilane. Dennoch hat sich das besiedelte Areal in gut 20 Jahren praktisch verdoppelt! Oberhalb von 800 m ü.M. findet man nur wenige Paare. Der höchste bekannte Brutort lag am Lac de Joux (VD), auf knapp 1200 m ü.M.
Obwohl der Rotmilan in der Schweiz schon 1925 unter Schutz gestellt wurde, dauerte es noch Jahrzehnte, bis sich der Bestand erholte. Weitere Gründe für die Zunahme in der Schweiz waren der Schutz der Greifvögel in den Durchzugs- und Überwinterungsländern, die Zunahme offener Müllhalden sowohl im Winterquartier in Spanien wie in der Schweiz und wohl auch die zunehmende Überwinterung in der Schweiz. Wie sich das Klima auf die Bestandsentwicklung ausgewirkt hat, ist unbekannt.
Rotmilane jagen die Beute, die sie in ihrem Revier antreffen. Als Beute kommen Vögel und Fische, Reptilien und Amphibien, Mäuse, Hamster, Junghasen und Kaninchen in Frage. Sie jagen im Suchflug, wobei sie in geringer Höhe Wiesen und Felder absuchen, oft mehrere Kilometer (5-12 km) von ihrem Horst entfernt. Nicht selten jagen Rotmilane auch anderen Greifvögeln die Beute ab und gern nehmen sie auch Aas an. Ab Mitte August ziehen Rotmilane aus ihren Brutgebieten in Mitteleuropa fort. Sie überwintern in Südeuropa, der Türkei und in Nordafrika. Im Februar beginnt dann der Heimzug und im März kommen die Rotmilane wieder bei uns an.
In der Schweizer Belchenregion überwintern einige Rotmilane in tieferen Regionen rund um Eptingen. Bei entsprechend warmer Witterung kreisen sie auf der Suche nach Futter auch in der kälteren Jahreszeit über die Belchenregion.