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In  der Schweiz ist die Wildkatze geschützt und wird auf der Roten Liste heute noch als „stark gefährdete" Tierart geführt. Die intensive Bejagung im 18. und 19. Jahrhundert führte zu einem Rückgang der Wildkatzenbestände im Jura, und im Mittelland sogar zur Ausrottung der Art.
Die Wildkatze (Felis sylvestris sylvestris) ist auf den ersten Blick kaum von einer Hauskatze zu unterscheiden. Im Gegensatz zur meist kontrastreichen und grauschwarzen Zeichnung des «Tigerli» trägt die Wildkatze ein gelblichgrau verwaschenes Fell mit dunklen, braunschwarzen Streifen. Auch ist der Schwanz am Ende buschig und mit dunklen Ringen dekoriert. Zwar sind die Wildkatzen mit durchschnittlich 5 Kilogramm für die Kuder und 3,5 für die Weibchen etwas grösser als die üblichen Hauskatzen.
Die Wildkatze oder auch Waldkatze genannt, fehlte in den schweizerischen Alpen und Voralpen wohl schon immer. Dagegen war sie seit der Jungsteinzeit im Mittelland und dem Jura weit verbreitet. Infolge starker direkter Verfolgung wurde die Art im Mittelland bereits im 18. Jahrhundert ausgerottet und im 19. Jahrhundert auch im Jura stark dezimiert. Sie war um 1950 eventuell sogar vollständig aus der Schweiz verschwunden. Seither breitet sich die Wildkatze von der französischen Grenze her allmählich wieder im Jura aus. Möglicherweise haben auch einige Aussetzungen in den 1970er Jahren zu dieser Wiederausbreitung beigetragen. Die genaue aktuelle Verbreitung ist aber unklar, denn es liegen nur wenige Nachweise von sicher bestimmten Wildkatzen vor. Ein Habitatmodell von 2008 auf der Basis von Telemetriedaten zeigt, dass es ausserhalb des Juras derzeit kaum geeigneten Wildkatzenlebensraum in der Schweiz gibt.
Die Moderne ist für Raubtiere das Zeitalter der Renaissance. Das gilt nicht nur für Luchs, Wolf und Bär: Der Fuchs erobert die Städte, der Marder nervt Automobilisten. Noch immer polarisieren die Tiere, welche die Natur mit spitzen Krallen und einem kräftigen Gebiss ausgestattet hat.

Doch bei der Wildkatze geht das Comeback ohne Nebengeräusche. In Mitteleuropa nehmen die Bestände vermutlich schon seit den 1930er-Jahren wieder langsam zu. Es hat Jahre gedauert, bis man dies überhaupt merkte.


Dies hängt nicht nur mit der äusserst diskreten Lebensweise dieses Raubtiers zusammen. Selbst wer das Glück hat, eine Wildkatze in der Natur zu beobachten, kann nie sicher sein, ob es tatsächlich eine ist. Es gibt Hauskatzen, deren Fell exakt gleich gefärbt und gemustert ist wie das ihre. Und streunende Hauskatzen treiben sich überall herum, selbst mitten im Wald. Auch die Fährte im Schnee oder der Kot liefern keine sicheren Hinweise. Der Schädelindex - Schädellänge geteilt durch Hirnvolumen - ist das einzige verlässliche morphologische Unterscheidungsmerkmal, denn Wildkatzen haben ein grösseres Gehirn. Doch dieser Wert lässt sich nur beim toten Tier bestimmen.
In den frühen Morgenstunden im Mai 2012 konnte ich eine weitere Wildkatze auf der Mäusejagd fotografieren. (Fotos oben) Ihr Standort war ca. 500m entfernt von den Wildkatzen welche ich im November 2011 fotografiert hatte. Die Situation war optimal: frisch gemähte Wiese,der Wind kam von vorne und im Rücken hatte ich die tiefstehende Sonne. Hinter mir eine Hecke mit Sträuchern und einzelnen Bäumen. Sie konnte mich weder sehen noch riechen, ich konnte mich ihr aufrecht stehend nähern und obwohl sie ein paarmal in meine Richtung blickte bemerkte sie mich nicht. Erst als ich zu nahe war verschwand sie schnell im angrenzenden Wald. In der Viertelstunde in der ich die Wildkatze beobachten konnte hat sie drei Mäuse gefangen. Leider lässt es sich anhand von Fotos nicht feststellen ob es sich wirklich um eine eine Wildkatze handelt. Gewissheit würde nur eine DNA Analyse mittels Haarproben bringen. Auch diese Fotos habe ich an zwei Spezialisten für Wildkatzen gemailt.  Während Dr. Stefan Hertwig meint dass es sich um eine Wildkatze handelt, schliesst Herr Darius Weber nicht aus, dass es sich um eine Wildkatze handeln könnte.
Hier die beiden Mailantworten:

Herr Dr. Stefan T. Hertwig
Natural Historic Museum Bern

"Die von Ihnen beobachtete Katze sieht in jedem Fall aus wie eine Wildkatze, keine Frage."

Herr Darius Weber www.hintermannweber.ch
"Sie sehen die Sache schon richtig, nur mit Fotos lässt sich wenig beweisen. Das kann durchaus eine Wildkatze sein, wobei die Scheue des Tieres gar nichts aussagt. Die Bilder gehen als Wildkatze durch, aber wirklich begeistert bin ich nicht; das Fellmuster an den Flanken ist mir zu kontrastreich, der Schwanz ein wenig dünn und teilweise nach oben gekrümmt getragen. Aber: das kann gut eine astreine Wildkatze sein."


Video von SF Netz Natur: Wildkatzen - eine haarige Geschichte

PDF: Die aktuelle Verbreitung der Wildkatze in der Schweiz

Kein Geld mehr für Wildkatzen
Aktualisiert am 05.03.2012
Das Forschungsprojekt im Remel- und Blauengebiet muss eingestellt werden. Die Resultate wären von grundlegender Bedeutung gewesen.

«Weder dem Tierschutz noch mir selbst ist es in den beiden letzten Jahren gelungen, zumindest einen bedeutenden Anteil der noch fehlenden Mittel zu beschaffen», sagt Darius Weber von der Firma Hintermann & Weber AG in Rodersdorf. Schweren Herzens musste er deshalb ein Projekt stoppen, das Aufklärung über die Vermischung von Wild- und Hauskatzen liefern sollte. Dieses war eigentlich auf zehn Jahre angelegt mit Kosten zwischen einer halben und einer Million Franken. Der Tierschutz beider Basel unterstützte das Projekt im Remel- und Blauengebiet mit rund 20'000 Franken im Jahr. Die restlichen Mittel wollte Darius Weber mit Geldern aus Stiftungen aufbringen.

Es wäre das erste Mal gewesen, dass das Phänomen der Vermischung von Wild- und Hauskatzen in Echtzeit untersucht worden wäre, sagt Weber. Die Resultate wären von grundlegender Bedeutung für den Schutz dieser europaweit gefährdeten Art gewesen. In der Tat führt die Vermischung von Haus- und Wildkatze zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen. In bestimmten Gebieten stirbt die Wildkatze dadurch aus, in anderen überlebt sie. «Solange wir die Gründe nicht kennen, ist es auch nicht möglich, etwas für den Erhalt der Wildkatze zu tun», sagt Weber.

Harmloser Mäusejäger

Die Firma Hintermann & Weber ist spezialisiert auf die Beratung, Planung, Forschung und Schulung im Bereich des Natur- und Umweltschutzes und der angewandten Ökologie. Firmen-Mitinhaber Darius Weber hat ein besonderes Faible für Wildkatzen. Der gelernte Biologe: «Vor 160 Jahren war die Wildkatze fast ausgerottet.» Zu leiden hatte die Wildkatze in erster Linie unter den Jägern. Diese glaubten, dass sie kleine Rehkitze reisse. Dabei ernähre sie sich ausschliesslich von Mäusen und sei äusserst wertvoll für das Gleichgewicht des Waldes. Die Wildkatze verbreite keine Krankheiten und richte auch keine Schäden an. Heute darf sie deshalb auch nicht mehr gejagt werden. Ihr ärgster Feind ist nicht mehr die Schrotflinte des Jägers, sondern der Strassenverkehr. Die Jäger arbeiten inzwischen sogar aktiv an Projekten mit.

Insgesamt wurden in das Projekt 30'000 Franken investiert. Die Arbeit sei jedoch nicht für die Katz gewesen. Die bis jetzt vorliegenden Ergebnisse sollen noch in diesem Jahr publiziert werden. Vor allem die Laboranalysen seien ins Geld gegangen, obwohl deren Kosten in letzter Zeit massiv gesunken seien.

«Ich werde latent weitersuchen», sagt Weber, der aber einräumt, dass das Projekt aus wirtschaftlichen Gründen nicht Priorität geniesse. «Zuerst müssen wir die Aufträge Dritter ausführen. Das Wildkatzenprojekt sei in seiner Art zwar einzigartig. Es gebe letztlich aber keine Garantie für einen Erfolg. «Wenn wir wüssten, was herauskommt, müssten wir ja gar nicht forschen», sagt Darius Weber.

Ein Viertel Mischlinge

Im Blauengebiet und auf dem Remel in Kleinlützel leben zirka 30 Wildkatzen. Rund ein Viertel davon sind Mischlinge der ersten oder zweiten Generation. Den 30 Wildkatzen steht etwa das 20- bis 100-fache an nicht kastrierten Hauskatzen gegenüber, von denen ein nicht bekannter Anteil regelmässig den Wald aufsucht. Die Mehrzahl dieser nicht kastrierten Hauskatzen seien Streuner ohne eigentlichen Besitzer, und einige wenige, höchstens ein paar Dutzend, lebten komplett unabhängig vom Menschen.

Während das Wildkatzen-Projekt im Blauen- und Remelgebiet bis auf Weiteres gestoppt wurde, ist Darius Weber davon überzeugt, dass anderswo das Geld aufgetrieben werden kann. «Ich gehe davon aus, dass im EU-Raum, etwa in Schottland oder Deutschland, eine ähnliche Untersuchung durchgeführt wird», sagt Weber. Deren Erkenntnisse nützten der Region allerdings nur bedingt. Es sei nämlich viel schwieriger, die Befunde aus anderen Ländern zu übertragen, als aus den eigenen Untersuchungsergebnissen zu schöpfen. Letztlich bleibe deshalb die Frage ungeklärt, wie eine vernünftige und allseits akzeptable Lösung für den Umgang mit den frei laufenden Hauskatzen entwickelt und umgesetzt werden könne.

Text: Basler Zeitung, Kurt Tschan
Die vier Fotos gleich oberhalb zeigen ebenfalls die gleiche Katze wie ganz oben, gut erkennbar an dem "Hick" in ihrem linken Ohr, diesmal abends fotografiert von einem Hochsitz bei einer frisch gemähten Wiese. Sie hat zwar anfangs nach dem klicken des Fotoapparats in meine Richtung geschaut, aber gesehen hat sie mich nicht.

Die zwei Fotos unterhalb zeigen mit ziemlicher Sicherheit dieselbe Katze wie die Fotos oben. Diese Aufnahmen wurden im November 2012 gemacht, während die Fotos oben im Juni und Juli gemacht worden sind.
Die beiden untersten Fotos wurden zur gleichen Zeit auf derselben Wiese gemacht, etwa 50m voneinander entfernt und zeigen eine zweite Wildkatze.